TIBET INITIATIVE DEUTSCHLAND e.V.

Humanitäre Katastrophe in Tibet
Informationen aus Erster Hand-unzensiert und brutal !!!!!

08.4.2008-23.03.2008

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08. April 2008

Die Situation in Tibet ist inzwischen äußerst kritisch. Das chinesische Militär hat den Großteil der Klöster umstellt und versperrt den Mönchen jeden Zugang zum Lebensnotwendigsten wie Nahrung und Wasser. Es gibt kein Gas und keine Lebensmittel, die Wasserleitungen sind unterbrochen - die Lage der Mönche und Nonnen ist verzweifelt. Sie zerlegen ihre hölzernen Betten, damit sie Feuer machen können. Ferner ist ihnen nicht gestattet, ihren täglichen religiösen Pflichten nachzukommen.

Falls sich die Lage in Tibet nicht unverzüglich zum Besseren wendet, sind Hunderte von Mönchen und Nonnen vom Hungertod bedroht. Das Leiden der Tibeter unter der chinesischen Unterdrückung ist derart unerträglich, daß manche keinen Ausweg mehr sehen und sich das Leben nehmen.

Im Osten Tibets, in Amdo und Kham mußten nicht wenige aus ihren Häusern fliehen und suchen jetzt im Bergland Zuflucht vor der Brutalität der chinesischen Sicherheitskräfte. Ohne Nahrung, Kleidung und Brennstoff sind sie in den Bergen und Wäldern gefangen. Ihre Lage ist lebensbedrohlich und sie bedürfen dringend internationaler Unterstützung.

Der Aufenthaltsort zahlreicher verhafteter Tibeter ist nicht bekannt. Die Tibeter, die festgenommen wurden, und sich in Untersuchungshaft befinden, werden weiterhin auf unvorstellbare Weise fürchterlich gefoltert. Chinas ungesetzliches Vorgehen wird dadurch deutlich, daß die Körper der getöteten Tibeter beschlagnahmt werden, um die Ermordung unschuldiger Tibeter zu vertuschen. Um alle Beweise vollständig zu beseitigen, verbrennen sie die Leichen.

In Tibet wird dringend medizinische Versorgung benötigt. Die meisten der bei der brutalen Niederschlagung der Unruhen verletzten Tibeter befinden sich immer noch in kritischem Zustand. Sie wurden nicht angemessen medizinisch versorgt, weshalb auch Lobsang Jinpa aus Kham Menyak und Gyalpo, ein Mönch aus dem Kloster Phenpo Gaden Chokor, starben. Das sind die wenigen Fälle, von denen wir etwas wissen.

In den Klöstern zerstören chinesische Soldaten weiterhin mutwillig die Gebetshallen und die Wohnungen der Mönche. Sie haben die persönlichen Habseligkeiten vieler Mönche konfisziert und heilige Reliquien zerstört. Für das wenige, was jetzt noch von dem Eigentum der Klöster übrig ist und die Sicherheit der Mönche kann nicht garantiert werden.

In Anbetracht der gegenwärtigen kritischen Lage in Tibet richten wir zwei besonders dringliche Bitten an die Vereinten Nationen, die internationale Gemeinschaft und alle Staaten richten, die das Prinzip von Wahrheit und Gerechtigkeit hochhalten.

1. Sofort einen unabhängigen Untersuchungsausschuß nach Tibet zu entsenden.
2. Den brutalen Massakern auf Hochplateau ein Ende zu setzen.


Übersetzung: Irina Raba
Revision: Angelika Mensching
Wir möchten auf die neue Website des Tibetan Solidarity Committee in Dharamsala hinwiesen, auf der täglich neue Meldungen über die Lage in Tibet zu finden sind: http://www.stoptibetcrisis.net/pr050408.htmlHumanitäre Katastrophe in Tibet


Pressemitteilung
Datum: 08.04.2008]
Pressemeldung des Deutschen Bundestages - 08.04.2008
Klöster in Tibet werden von der Außenwelt abgeschnitten Bundestagsabgeordnete sprachen in Nepal mit Exil-Tibetern

Eine fünfköpfige Delegation des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die vom Ausschussvorsitzenden Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen) geleitet wurde, ist am Wochenende von einer neuntägigen Bangladesch/Nepal-Reise zurückgekehrt. Neben Projektbesuchen und Gesprächen mit Regierungs- und Oppositionsvertretern über die Entwicklungszusammenarbeit prägten besonders in Nepal auch die kurz bevorstehenden Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung sowie die Krise im benachbarten Tibet das Programm.

Zur Delegation gehörten neben Hoppe auch die Abgeordnete Sibylle Pfeiffer und Klaus-Peter Flosbach (beide CDU) sowie Dr. Sascha Raabe und Dr. Wolfgang Wodarg (beide SPD).

In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu trafen die Bundestagsabgeordneten auch mit Flüchtlingen aus Tibet, dem dortigen Repräsentanten des Dalai Lama und Vertretern des tibetischen Exil-Parlaments zusammen. Ihnen wurde berichtet, dass chinesische Sicherheitskräfte viele Klöster in Tibet abgeriegelt hätten, um die Mönche und Nonnen daran zu hindern, öffentlich für mehr Autonomie für Tibet zu demonstrieren.

Durch die nach wie vor andauernden Abriegelungen sei es für die Bewohner einiger Klöster nicht mehr möglich, an Nahrungsmittel und Medikamente heranzukommen, was bereits zu bedrohlichen Versorgungsengpässen geführt und auch schon einzelne Todesopfer gefordert hätte.

Die Vertreter der Exil-Tibeter in Nepal und des tibetischen Exil-Parlaments bekräftigten, dass die Proteste in Tibet überwiegend gewaltfrei seien. Ausnahmen seien sowohl vom Dalai Lama als auch vom tibetischen Exilparlament scharf kritisiert worden.

Einige Ausschreitungen seien aber von chinesischen Sicherheitskräften inszeniert und den Mönchen in die Schuhe geschoben worden. So wurden den Bundestagsabgeordneten Fotos gezeigt, auf denen chinesische Sicherheitskräfte in Uniform zu sehen sind, die tibetische Mönchskutten im Gepäck mit sich führen.

Nach dem Gespräch mit den gewählten Vertretern der Exil-Tibeter richtete Delegationsleiter Thilo Hoppe ein Grußwort an mehr als 1000 tibetische Flüchtlinge und Exil-Tibeter, die in Kathmandu versammelt waren – unter ihnen rund 400 Mönche und Nonnen. Er erklärte sich im Namen der Delegation solidarisch mit ihrem gewaltfreien Engagement für die universellen und unteilbaren Menschenrechte und für mehr Autonomie Tibets innerhalb Chinas.

In einem Gespräch mit Ministerpräsident Koirala forderten die Bundestagsabgeordneten die nepalesische Regierung auf, den Exil-Tibetern Demonstrationsfreiheit zu gewähren. Zur Zeit finden in Kathmandu täglich gewaltfreie Proteste der Exil-Tibeter statt, die von der nepalesischen Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken aufgelöst werden. Die tibetischen Demonstranten würden verhaftet, aber fast alle am gleichen Abend oder nächsten Tag wieder freigelassen.

„Die nepalesische Regierung steht stark unter Druck des mächtigen Nachbarn China“, erklärte Delegationsleiter Thilo Hoppe der Presse gegenüber. Der chinesische Botschafter in Kathmandu, mit dem die Bundestagsdelegation auch zusammentraf, hätte die nepalesische Regierung aufgefordert, noch konsequenter die „anti-chinesischen Kundgebungen“ in Kathmandu zu unterbinden. Andererseits befänden sich im Rahmen einer Mission der Vereinten Nationen rund 800 internationale Wahlbeobachter und Menschenrechtsexperten in Nepal, die die Vorbereitung und Durchführung der für den 10. April vorgesehenen Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung überwachten. Diese internationale Präsenz sei in gewisser Weise auch ein Schutz für die Exil-Tibeter in Nepal, erklärte Hoppe. „Wären die Wahlbeobachter nicht im Land, hätte die Regierung die Demonstrationen der Tibeter sicherlich noch brutaler und konsequenter niedergeknüppelt“, so Hoppe.

09.04.08
Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama an alle Tibeter vom 6. April 2008
Department of Information & International Relations - Central Tibetan
Administration
Dharamshala - 176215, India
Kontakt: Chhime R. Chhoekyapa, Sekretär, Mobile + 91 (09816021879) Tenzin
Taklha, zweiter Sekretär, Mobile + 91 (09816021813)
E-mail: diir@gov.tibet.net, Website: www.tibet.net/en/diir/

Ich entbiete allen Tibetern in Tibet meine herzlichsten Grüße und möchte hier einige meiner Überlegungen mit ihnen teilen:

1. Seit dem 10. März dieses Jahres sind wir Zeuge von Protesten und Demonstrationen in fast allen Teilen Tibets geworden, sogar in einigen Städten in China protestierten Studenten – all das ist der Ausbruch der seit langem angestauten äußeren und inneren Qualen der Tibeter und ihres Gefühls tiefer Verbitterung aufgrund der Unterdrückung der Rechte des tibetischen Volks, dem Mangel an religiöser Freiheit und des Versuchs, die Wahrheit bei jeder nur möglichen Gelegenheit zu entstellen: Dazu gehört z.B. die Aussage, die Tibeter blickten nun auf die Kommunistische Partei Chinas wie auf einen „Lebenden Buddha“. Dies ist eine ultralinke Behauptung, die von Han-Chauvinismus zeugt. Ich bin tief betrübt und besorgt über den Einsatz von Waffen und Gewalt bei der Unterdrückung der friedlich vorgebrachten Sehnsüchte des tibetischen Volkes, die Unruhen in ganz Tibet zur Folge hatten mit zahlreichen Toten, vielen weiteren Opfern, Festnahmen und Verletzungen. Eine solche Unterdrückung und solches Leid sind so verhängnisvoll und tragisch, dass jeder mitfühlende Mensch zu Tränen gerührt wird. Angesichts dieser tragischen Ereignisse fühle ich mich gänzlich hilflos.

2. Ich bete für alle Tibeter und auch für alle Chinesen, die in der jetzigen Krisenzeit ihr Leben verloren haben.

3. Die jüngsten Proteste in ganz Tibet widerlegen nicht nur die Propaganda der Volksrepublik China, dass, abgesehen von einigen wenigen „Reaktionären“ die Mehrheit der Tibeter zufrieden sei und ein Leben in Wohlstand führe, sondern führt sie ad absurdum. Diese Proteste haben ganz klar gezeigt, dass die Tibeter in den drei Provinzen Tibets, in U-tsang, in Kham und in Amdo, dieselben Hoffnungen und Sehnsüchte hegen. Diese Proteste sind eine Botschaft an die Welt, dass das Tibet-Problem nicht länger vernachlässigt werden darf. Diese Proteste zeigen, wie dringend notwendig es ist, das Problem auf dem Wege der „Wahrheitsfindung durch Fakten“ zu lösen. Der Mut und die Entschlossenheit jener Tibeter, die um der höheren Interessen des tibetischen Volkes willen ihrem bitteren Schmerz und ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen und dabei alles aufs Spiel setzten, verdienen große Bewunderung, was die Weltgemeinschaft auch anerkannte und die Beweggründe dieser Tibeter unterstützte.

4. Ich schätze ganz besonders das Verhalten von vielen tibetischen Regierungsangestellten und von führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei, die, ohne ihre tibetische Identität aufzugeben, mit Entschlossenheit und Vernunft in der gegenwärtigen Krise das Richtige getan haben. Für die Zukunft bitte ich daher alle tibetischen Parteikader und Regierungsangestellten, nicht immer nur auf ihren persönlichen Vorteil zu achten, sondern sich für die Wahrung der eigentlichen Interessen Tibets einzusetzen, indem sie ihren Vorgesetzten in der Partei die tatsächlichen Gefühle des tibetischen Volkes vermitteln und versuchen sollten, dem tibetischen Volk eine unvoreingenommene Führung zu geben.

5. Präsidenten, Ministerpräsidenten, Außenminister, Nobelpreisträger, Parlamentarier und besorgte Bürger aus allen Teilen der Welt wandten sich mit klaren und deutlichen Worten an die chinesische Führung, von ihrem gegenwärtigen harten Vorgehen gegen das tibetische Volk Abstand zu nehmen. Sie alle legten der chinesischen Regierung nahe, einen Weg einzuschlagen, auf dem eine für beide Seiten nutzbringende Lösung gefunden werden könnte. Wir sollten uns nun eine Möglichkeit dafür schaffen, dass ihre Bemühungen positive Ergebnisse hervorbringen können. Ich bin mir dessen bewusst, daß Ihr Euch in jeder Hinsicht herausgefordert fühlt, aber es ist wichtig, dass wir uns an unserer gewaltfreien Praxis festhalten.

6. Die chinesische Regierung hat die falschen Anschuldigungen gegen mich und die Tibetische Zentralverwaltung erhoben, wir hätten die jüngsten Ereignisse in Tibet angestiftet und gelenkt. Derartige Vorwürfe entbehren jeglichen Wahrheitsgehaltes. Ich habe wiederholt vorgeschlagen, dass ein unabhängiges und renommiertes internationales Gremium eine vollständige Untersuchung der Angelegenheit vornehmen soll. Ich bin überzeugt, dass ein solches unabhängiges Gremium die Wahrheit aufdecken wird. Wenn die Volksrepublik China auch nur die geringste Grundlage für ihre Anschuldigungen hat und Beweise dafür beibringen kann, dann möge sie diese vor der Welt offenlegen. Es reicht nicht, bloße Behauptungen aufzustellen.

7. Was die Zukunft Tibets betrifft, so habe ich beschlossen, eine Lösung innerhalb des Rahmens der Volksrepublik China zu finden. Seit 1974 habe ich mich unermüdlich für den beiderseits vorteilhaften Mittleren Weg eingesetzt. Das weiß die ganze Welt. Der Vorschlag des Mittleren Weges bedeutet, dass alle Tibeter einer gleichen Verwaltung unterstehen, die eine substantielle nationale regionale Autonomie genießt mit allem, was damit zusammenhängt, also mit Selbstverwaltung und voller Entscheidungsbefugnis, ausgenommen in Angelegenheiten der Außenpolitik und der nationalen Verteidigung. Ich habe aber von Anfang an gesagt, dass die Tibeter in Tibet das Recht haben, die endgültige Entscheidung über die Zukunft Tibets zu treffen.

8. Die Austragung der Olympischen Spiele in diesem Jahr ist etwas, worauf das 1,2 Milliarden zählende chinesische Volk sehr stolz ist. Von Anfang an habe ich mich für die Austragung der Spiele in Peking eingesetzt. Meine Position in dieser Hinsicht bleibt unverändert. Ich meine, dass die Tibeter die Spiele nicht behindern sollten. Einerseits ist es das legitime Recht eines jeden Tibeters, für seine Freiheit und seine Rechte zu kämpfen. Andererseits wäre es zwecklos und würde niemandem nützen, wenn wir etwas täten, was die Chinesen mit Hass erfüllte. Im Gegenteil, wir müssen Vertrauen und Achtung in unseren Herzen hegen, um eine harmonische Gesellschaft zu schaffen – denn diese kann nicht erbaut werden auf der Basis von Gewalt und Einschüchterung

9. Unser Kampf gilt nur einigen wenigen in der Führungsspitze der Volksrepublik China, aber nicht dem chinesischen Volk. Daher sollten wir versuchen, niemals Missverständnisse entstehen zu lassen oder etwas zu tun, was das chinesische Volk verletzen könnte. Selbst in dieser schwierigen Lage haben uns viele chinesische Intellektuelle, Schriftsteller und Rechtsanwälte in China selbst und in anderen Teilen der Welt ihrer Sympathie versichert und ihre Solidarität mit uns bekundet, indem sie Erklärungen abgaben, Artikel verfassten und uns ihre Unterstützung zusicherten, was einfach überwältigend ist. Ich habe kürzlich, am 28. März, einen Appell an das chinesische Volk auf der ganzen Welt gerichtet, von dem ich hoffe, daß Ihr ihn hören und lesen werdet.

10. Wenn die gegenwärtige Lage in Tibet anhält, dann mache ich mir sehr große Sorgen, dass die chinesische Regierung mit noch mehr Gewalt vorgehen und die Unterdrückung des tibetischen Volkes verstärken wird. Angesichts meiner moralischen Verpflichtung und meiner Verantwortung gegenüber dem tibetischen Volk habe ich die zuständigen Führer der VR China aufgefordert, ihre Unterdrückungspolitik in allen Teilen Tibets unverzüglich einzustellen und ihre bewaffneten Polizeieinheiten und Truppen abzuziehen. Wenn dies Gehör fände, würde ich die Tibeter bitten, von allen weiteren Protesten Abstand zu nehmen.

11. Ich möchte meine tibetischen Landsleute, die außerhalb Tibets in Freiheit leben, bitten, außerordentliche Umsicht walten zulassen, wenn sie ihre Empfindungen über die Entwicklung in Tibet zum Ausdruck bringen. Wir sollten uns auf keine Aktivitäten einlassen, die auch nur entfernt als gewalttätig interpretiert werden könnten. Selbst in einer so provokanten Situation wie dieser dürfen wir nicht zulassen, dass unsere kostbarsten und sorgsam gehüteten Werte kompromittiert werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser gewaltfreier Weg zum Erfolg führen wird. Wir sollten uns bemühen zu verstehen, woher die beispiellose Sympathie und Unterstützung für unsere Sache rührt.

12. Da Tibet derzeit praktisch abgeriegelt ist und internationalen Medien kein Zugang gewährt wird, hege ich Zweifel, ob meine Botschaft die Tibeter in Tibet erreichen wird. Ab er ich hoffe, dass sie durch die Medien und durch Mundpropaganda die Mehrheit von Euch erreichen wird.

13. Zum Schluß möchte ich noch ein weiteres Mal alle Tibeter dazu aufrufen, Gewaltlosigkeit zu üben und auf keinen Fall von diesem Weg abzuweichen, wie ernst die Lage auch sein möge.

Der Dalai Lama
Dharamsala, 6. April 2008

Übersetzung: Adelheid Dönges
Revision: Angelika Mensching, MoKa

05.04.08
Die Opfer des Volksaufstands in Tibet bleiben namenlos - China läßt die Leichen wegschaffen und verbrennen

Department of Information & International Relations - Central Tibetan
Administration
Dharamshala - 176215, India
Kontakt: Mr Thubten Samphel, Mr Sonam N Dagpo
Tel.: + 91 1892-222510, 224957, 224662, E-mail: diir@gov.tibet.net, Website: www.tibet.net/en/diir/
03. April 2008


Seit dem 10. März haben Tibeter in allen drei traditionellen Provinzen Tibets auf den Strassen demonstriert. Infolge der brutalen Niederschlagung sind bisher mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen. Nur von 40 sind bisher die Namen und die Herkunft bekannt geworden. Vier weitere Todesopfer, deren Identität kürzliche bekannt wurde, sind:

Kunga, Mönch aus dem Kloster Chokri, Bezirk Drakgo, TAP Karze, Provinz Sichuan, bei der Demonstration am 14.März erschossen

Kyari, Einwohner der Gemeinde Khekor, Bezirk Serthar, TAP Karze, Provinz Sichuan, wurde am 20. März in Khekor getötet

Gyalpo, 33 Jahre, aus dem Bezirk Phenpo Lhundrup, Stadtkreis Lhasa, verstarb am 26.März an den Folgen der schweren Verletzungen durch Schläge, die ihm während den Demonstrationen zugefügt wurden

Dawa, Gemeinde Dagpo, Bezirk Phenpo Lhundrup, Stadtkreis Lhasa, verstarb am 27.März an den Folgen von Schlägen der Sicherheitskräfte,

China zerstört nun alle Nachweise der Todesfälle, indem es die Leichen der bei den Demonstrationen Getöteten beschlagnahmt und sofort verbrennt.
Militär und Polizei haben zahlreiche Leichen sofort verbrannt und nur ihre Asche an die Familien übergeben.

Mit dieser gräßlichen Vorgehensweise soll jeglicher Beweis für diese Tötungen vernichtet werden. Hier zwei Beispiele, von denen man erfuhr:

Während der Demonstration in Lhasa am 14. März wurde Lhakpa Tsering in der Lu-ghug-Straße durch einen Schuß in die Stirn getötet. Der aus der Präfektur Lhoka stammende Mann war ungefähr 30 Jahre alt, lebte in Lhasa und arbeitete als Fahrer für Touristen. Mit der Begründung, es müßten noch gerichtsmedizinische Untersuchungen vorgenommen werden, zwang das PSB seine Familie zur Herausgabe des Leichnams. Er wurde in Toelung in West Lhasa eingeäschert; anschließend übergab man seiner Familie die Asche in einer Plastiktüte, auf der sein Name vermerkt war.

Am 24. März wurde der Mönch Kunga aus dem Kloster Chokri im Kreis Drakgo, TAP Kardze, Provinz Sichuan, während einer Demonstration in diesem Kloster erschossen. Sein Leichnam wurde am 25. März weggeschafft und in der Nähe verbrannt.
Die Schlußfolgerung liegt nahe, daß die Chinesen seit Beginn der Proteste in dieser Weise handelten, damit später nichts mehr bewiesen werden kann.


Übersetzung: Irina Raba
Flüchtige Revision: Adelheid Dönges

Hier folgen zwei Mitteilungen des TCHRD über weitere Proteste und deren Niederschlagung, es scheint, daß die Proteste weitergehen, über den aktuellen Stand kann man sich bei www.tchrd.org informieren, eine nützliche Übersichtskarte über die diversen Orte, an denen protestiert wurde, gibt es bei ICT:
http://www.savetibet.org/images/news/protestsmap2008.jpg

Diese Proteste weisen immer denselben Verlauf auf, zuerst beginnen sie friedlich, dann schießen die örtlichen Sicherheitskräfte mit scharffer Munition, einige Tibeter werden tötlich getroffen, die Menge erregt sich und versucht sich zu wehren, kurz danach rücken Verstärkungen der paramilitärischen Kräfte an, die die Demonstranten festnehmen, 2-3 Tage danach marschieren die Eliteinheiten der PLA ein, es wird ein Ultimatum gestellt, daß sich die Teilnehmer bis zu einem gewissen Datum den Behörden zu stellen haben. Wer das nicht tut und danach auf der Straße gesehen wird, verschwindet oder wird sofort erschossen. Über den Ort wird eine Ausgangssperre verhängt und zahllose Tibeter kommen uns Leben. Deren Zahlen werden wir nie erfahren infolge der totalen Abriegelung Tibets. Es werden immer mehr Truppen nach Tibet verlagert, dem Analysten Mark Zavadskiy zufolge, der in der Kanwa Defense Review (www.kanwa.com), schreibt, sind die diese Truppen die die Spitzen-Kampfeinheiten mit der alle!
rschnellsten Reaktionsbereitschaft in Chinas südwestlicher Region, danzer Artikel siehe: http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2008/KanwaMilitaryReview.html

Wie die Tibet-Initiative Deutschland soeben meldete, (23.3.08) wurden die großen Klöster Zentraltibets - Drepung, Ganden und Sera - von der Wasser- und Lebensmittelversorgung abgeschnitten wurden. Es droht eine humanitäre Katastrophe, da den Mönchen auch ein Verlassen der Klöster verweigert wird. Laut Informationen der tibetischen Regierung im Exil wird zudem Tibetern, die im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste verletzt wurden, eine medizinische Behandlung verwehrt. Krankenhäusern und Ärzten sei bei Strafe verboten, Tibeter medizinisch zu versorgen. Die Neuigkeiten, die trotz der faktischen Nachrichtensperre noch irgendwie aus Tibet herauskommen, zeigen, dass die chinesische Regierung auch vor grausamsten Mitteln nicht zurückschreckt, um drohende weitere Proteste bereits im Keim zu ersticken. Die internationale Gemeinschaft muss hier unverzüglich eingreifen. Die umgehende Entsendung von Helfern des Internationalen Roten Kreuzes und von internationalen Beobachtern wird geforder!
t.

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P., India
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Pressemitteilungen, 21. März 2008

Tibetern steht eine Welle von Massenverhaftungen bevor
Nach mehren Tagen gewaltfreier Proteste in Lhasa und anderen Teilen Tibets gehen die chinesischen Behörden nun allerorten daran, Hunderte von Tibetern festzunehmen.
Am 19. März verhafteten die Behörden der Stadt Lhasa 24 tibetische Demonstranten und nahmen sie in Untersuchungshaft. Dabei ist jetzt schon klar, daß man sie schwerer Verbrechen anklagen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilen wird. Inhaftierung zu Ermittlungszwecken ist in China allgemeine Praxis, und vermutlich werden die Festgenommenen innerhalb von fünf Tagen vor Gericht gestellt, was verglichen mit demokratischen Ländern ein unglaublich schnelles juristisches Verfahren ist. Die außerordentlich schnellen Festnahmen und Verurteilungen sind typisch für das chinesische Justizsystem, das die Bevölkerung auf diese Weise in Angst und Schrecken versetzen will, um sie von weiteren Protesten abzuhalten. ?Ziegen töten, um die Schafe zu abzuschrecken?, lautet das Sprichwort.

Offiziellen chinesischen Quellen zufolge haben sich bisher 170 Tibeter "freiwillig" gestellt. Obwohl die chinesischen Behörden allen, die sich bis zum 17. März um Mitternacht meldeten, Milde versprochen haben, steht angesichts der Natur des chinesischen Regimes und dessen Umgang mit den tibetischen Demonstranten im Jahr 1989 zu befürchten, daß die Demonstranten von heute mit allem anderen als mit Milde zu rechnen haben. Es bestehen nur sehr geringe Aussichten, daß diejenigen Tibeter, die sich gestellt haben, weniger streng bestraft werden als andere. Bisher wurden über 1.000 Tibeter verhaftet, Hunderte sind verschwunden und die Zahlen steigen ständig.

In ganz Tibet herrschen weiterhin strengste Restriktion und Überwachung und es wird immer wieder gemeldet, daß die tibetische Bevölkerung von Knappheit an Nahrungsmitteln, Trinkwasser und anderen Versorgungsgütern betroffen ist, ein Notstand, von dem es heißt, daß er absichtlich vom Staat herbeigeführt wurde.

Die Tibeter im Bezirk Ngaba, die am 15., 16. und 17. März protestiert hatten, wurden bereits aufgefordert, sich den chinesischen Behörden zu stellen, wenn sie mit Nachsicht behandelt werden möchten. Ferner sollen sie die Waffen übergeben. Die Häuser von Tibetern, die die Behörden einer Teilnahme an den Demonstrationen verdächtigen, wurden durchsucht. Die Gebetszeremonien im Kloster Kirti wurden auf behördliche Anordnung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Es wurde auch über Fälle von plötzlichem Verschwinden aus der Gegend berichtet.

Das TCHRD ist tief besorgt über die derzeitigen Umstände in den von Tibetern bewohnten Gebieten.

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P., India
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Pressemitteilung, 19. März 2008

Berichte über weitere Proteste aus den Klöstern Achok Tsenyi und Dzoge in der Präfektur Ngaba, Sichuan

Mehr als 100 Tibeter im Bezirk Marthang (Kakhok), "TAP" Ngaba, Provinz Sichuan, haben gestern Nachmittag eine friedliche Demonstration durchgeführt. Bestätigten Informationen zufolge, die dem Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) vorliegen, gab es bislang in der Nachfolge des Protestes noch keine Verhaftungen oder Inhaftierungen. Dieser Bericht stellt eine Fortführung der Berichte dar, welche das Centre seit dem Tag der Aufstände am 10. März herausgegeben hat.

Gestern um ca. 13:00 Uhr (Pekinger Zeit) führten zahlreiche tibetische Mönche des Klosters Achok Tsenyi in der Stadt Achok, Bezirk Marthang (Kakhok) (ch: Hongyuan Xian), "TAP" Ngaba, Provinz Sichuan, eine friedliche Demonstration durch, welcher sich später viele einfache Bürger der Stadt Achok anschlossen. Die Protestierenden zogen zur städtischen Verwaltungszentrale der Regierung im Viertel des Hauptmarktes, wo die Protestierenden die chinesische Nationalflagge entfernten und an ihrer Stelle die verbotene tibetische Nationalflagge hißten. Die Protestierenden riefen Slogans, in denen sie die Rückkehr des Dalai Lama und Freiheit für Tibet forderten. Die örtlichen Offiziere des Public Security Bureau (PSB) verlangten von den Protestierenden die Demonstration zu beenden, aber diese gaben der Forderung nicht nach. Lastwagenladungen bewaffneter Polizei wurden in das Gebiet des Hauptmarktes gebracht, um die Protestierenden niederzuzwingen. Zurzeit liegen keine Informationen über die Zah!
l der Verhaftungen oder Inhaftierungen von Protestteilnehmern vor. Das Centre wird die Situation weiterhin beobachten.

Entsprechend bestätigten Informationen, die das TCHRD erhalten hat, wurde in einem ähnlichen Zwischenfall am Abend des 10. März durch Mönche des Klosters Dzoge Thangkor Soktsang im Bezirk Dzoge (ch: Zoige Xian), "TAP" Ngaba, Provinz Sichuan, die chinesische Flagge eingeholt, welche auf dem Klostergelände gehißt war und der gleiche Vorgang wiederholte sich am 14. März trotz der Versuche der Behörden die chinesische Fahne wieder hochzuziehen. Am Abend des 16. März um ca. 18:30 (Pekinger Zeit) wurden zahlreiche Mönche des Klosters Dzoge Thangkor Soktsang von Hunderten bewaffneter Polizisten blockiert und daran gehindert, ihren Protestmarsch zum Sitz der Bezirksregierung fortzusetzen.

Am nächsten Morgen, um ca. 11:00 Uhr (Pekinger Zeit) wurde erneut von Mönchen des Klosters Dzoge Thangkor Soktsang ein Protest angeführt, dessen Ziel der Sitz der Bezirksregierung war und dem sich einfache Bürger anschlossen, die in Slogans die Unabhängigkeit Tibets forderten und riefen "Lang lebe der Dalai Lama", Laßt den Panchen Lama frei" und "China, gib Tibet frei". Die Protestierenden stürmten auf das Gelände der Zentrale der Bezirks-PSB und holten die chinesische Fahne ein und ersetzten diese durch die verbotene tibetische Fahne. Innerhalb weniger Minuten wurden durch bewaffnete Sicherheitskräfte Tränengasgeschosse in die Menge der Protestteilnehmer gefeuert, um die Protestierenden auseinanderzutreiben. Es liegem zu diesem Zwischenfall im Moment keine Information über die Zahl der Verhaftungen oder Inhaftierungen vor, unabhängig davon wird das TCHRD weiterhin die Situation in Tibet genau beobachten.


14.03.2008
PRESSEMITTEILUNG

Chinesische Führung verantwortlich für Eskalation der Gewalt in Tibet


Die Tibet Initiative Deutschland e.V. [TID] und der Verein der Tibeter in Deutschland [VTD] protestieren bundesweit gegen das Vorgehen der chinesischen Truppen in Lhasa.

Die TID ist entsetzt über die gewaltsame Reaktion der chinesischen Führung und ihrer Sicherheitskräfte auf die zunächst friedlichen Demonstrationen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. "Für die Eskalation der Gewalt, die inzwischen zu mehreren Todesopfern und vielen Verletzten geführt hat, ist allein die chinesische Führung verantwortlich" so Inge Schnetzer, Politische Referentin der TID. Seit Beginn der Woche demonstrieren Mönche für die Freiheit Tibets. Spontan haben sich ihnen zahlreiche Bürger angeschlossen. Augenzeugen berichten von über 1000 Demonstranten.

Statt die Forderungen der Demonstranten ernst zu nehmen und den Dialog zu suchen, lässt die chinesische Führung den Protest brutal niederschlagen. Sie verweigert sich jeder politischen Auseinandersetzung und versucht durch das Kappen von Telefonleitungen und Internetzugängen Nachrichten über die Geschehnisse zu unterdrücken.

"Solange die Forderungen unseres Volkes nach politischer, religiöser und kultureller Selbstbestimmung nicht erfüllt werden, wird Tibet nicht zur Ruhe kommen", erklärt Dalha Agyitsang vom VTD.

TID und VTD protestieren nachdrücklich gegen das brutale Vorgehen und fordern die chinesische Regierung auf, die Übergriffe umgehend einzustellen, alle Inhaftierten sofort freizulassen und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu achten.

Um die Forderungen der Tibeter zu unterstützen, ruft die TID am morgigen Samstag, 15. März 2008, bundesweit zu Demonstrationen auf.

Die zentrale Kundgebung in Berlin findet statt: Samstag, 15.März., 12.00 Uhr vor der chinesischen Botschaft; S / U Jannowitzbrücke.

Pressekontakt:

Ingeborg Schnetzer [TID]: 0172 98 73 777
Dalha Agyitsang [VTD]: 0228 24 11 61

Eliteeinheiten der Volksbefreiungsarmee marschieren in Lhasa ein

21.3.2008:

Onlineveröffentlichung der "Kanwa Daily News"(1)

Elite Bodeneinsatztruppen der Volksbefreiungsarmee waren an dem harten Durchgreifen gegen tibetische Protestteilnehmer in Lhasa beteiligt. Eine bedeutende Anzahl von Bildern beweist, daß neue T90 APC Panzer(2) und gepanzerte T92 Fahrzeuge, welche Teil der Elite Bodeneinsatztruppen bilden, am Tage der Niederschlagung der Proteste in den Straßen Lhasas erschienen. Derartiges Kriegsgerät wurde noch niemals zuvor von der Bewaffneten Volkspolizei eingesetzt.

Um den Einsatz regulärer Streitkräfte zur Bekämpfung des Aufstands zu camouflieren, sind alle gepanzerten Fahrzeuge mit einem Stück weißen Stoffes versehen worden, welches den traditionellen roten Stern der Volksbefreiungsarmee verdeckt; auch die roten Sterne, mit denen die Stahlhelme üblicherweise markiert sind, waren entfernt worden.

Nur eine sehr kleine Anzahl schwerbewaffneter Einheiten der Volksbefreiungsarmee sind mit T90 APCs ausgerüstet, während die T92-Panzer von den Kräften der Schnellen Eingreiftruppen verwendet werden. Die T92-Panzer, welche auf den Straßen von Lhasa auftauchten, sind mit 25mm Kanonen ausgestattet und ihre Exportvariante wird als WMZ551A bezeichnet. Das gleiche gepanzerte Fahrzeug wurde in einer Variante an den Sudan geliefert und ist dort mit einer 30mm 2A72 Artillerie-Kanone ausgestattet, welche im Rahmen eines Technologieaustausches mit Rußland produziert wird. Weiterhin traten auf den Straßen Lhasas eine große Anzahl von "Dong Feng" Transportern auf, welche die hauptsächlichen Transportfahrzeuge der chinesischen und burmesischen Streitkräfte darstellen.

Ausgehend von der militärischen Ausrüstung, die in Lhasa eingesetzt wurde, könnten die 149. Division der Schnellen Einsatzkräfte des 13. Armeekorps, welches dem Chengdu Militärkreis zugeordnet ist, und die 52. Gebirgsinfanteriebrigade aus dem Militärkreis Xizang zur Bekämpfung des Aufstands eingesetzt worden sein. Diese beiden gelten als die herausragenden Kampfeinheiten mit der allerschnellsten Reaktionsbereitschaft in Chinas südwestlicher Region. Die 52. Gebirgsinfanteriebrigade ist die erste Kampfeinheit in Tibet, welche gepanzerte T92 Fahrzeuge erhalten hat. In den Manövern auf dem Hochplateau, die 2001 durchgeführt wurden, war diese Brigade die erste, die mit T92 Fahrzeugen gesichtet wurde. Die Tatsache, daß die Trumpfkarte der Schnellen Kampfeinsatztruppen des Chengdu Militärkreises mit solch hoher Geschwindigkeit Lhasa erreichte, verdient besondere Beachtung, zumal die Truppen mit schwerem Gerät Einzug hielten. Der Autor vertritt hier die Ansicht, daß China dank der kürzlich gebauten Eisenbahnstrecke nach Tibet die Möglichkeit hat, Truppen sehr schnell bewegen zu können.

Um die Kampffähigkeit der Volksarmee-Einheiten, welche Indien unmittelbar gegenüberstehen, gezielt zu verstärken, wurden die Kampfeinheiten der Militärkreise von Chengdu, Xizang und Xinjiang besonders aufgerüstet und mit Priorität behandelt. Die andere Gebirgsinfantriebrigade, welche dem Militärkreis Xizang untersteht, also die 53. Gebirgsinfantriebrigade, hat den Prozeß der Erneuerung ihrer Ausrüstung im wesentlichen abgeschlossen. Das 13. Armeekorps, welches dem Chengdu Militärkreis zugehört, hat zudem einen umfassenden Ausbau seiner Luftkräfteeinheiten vorgenommen, diese sind heute mit S70 (3) und Mi17-V7 Hubschraubern (4) ausgestattet, die in der Lage sind, das tibetische Hochplateau zu überfliegen.

Die Militärkreise Lanzhou und Xinjiang verfügen noch über weitere Kampfeinheiten der Volksbefreiungsarmee mit Spezialisierung auf Hochland- und Gebirgsoperationen. Die 61. Schnelle Einsatzdivision des 21. Armeekorps, welches dem Lanzhou Militärkreis zugehört und die 6. Motorisierte Infanterie-Division und die 4. Motorisierte Infanterie-Division des Xinjiang Militärkreises verfügen beide über weitreichender Erfahrung in Hochland- und Gebirgsoperationen.

In Folge der erhöhten Präsenz der US-amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan sind diese oben genannten Kampfeinheiten der Volksbefreiungsarmee eiligst mit neuer Ausrüstung versehen worden. Zugleich gelten sie als die zentralen Einsatzkräfte zum Schutz gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen in der der Autonomen Region Xinjiang.

Autor: Andrei Chang, Chefredakteur der Kanwa Defense Review Monthly

(1) Quelle: http://www.kanwa.com/dnws/showpl.php?id=353; Herausgeber ist das Kanwa Information Center (KWIC), eine nichtstaatliche Nachrichtenagentur, die in Toronto registriert ist. Die vom KWIC gelieferten Nachrichten, Originalbilder und Berichte werden oft von anderen Nachrichtenagenturen, Zeitungen und Forschungsinstituten in den USA, in Japan und Großbritannien verwendet.

(2) Der T-90 ist ein hochmoderner, ursprünglich in Rußland entwickelter Kampfpanzer.

(3) Der S70 ist ein von den USA speziell für den internationalen Export entwickelter, leichter Kampfhubschrauber, der in einer Vielzahl von Ländern Verwendung findet. Quelle: Wikipedia.

(4) Der Mi17-V7 ist ein hochgebirgstauglicher Transport-Hubschrauber, der von Rußland exportiert wird.

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