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Pressemitteilung
Datum: 08.04.2008]
Pressemeldung des Deutschen Bundestages - 08.04.2008
Klöster in Tibet werden von der Außenwelt abgeschnitten Bundestagsabgeordnete sprachen in Nepal mit Exil-Tibetern
Eine fünfköpfige Delegation des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die vom Ausschussvorsitzenden Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen) geleitet wurde, ist am Wochenende von einer neuntägigen Bangladesch/Nepal-Reise zurückgekehrt. Neben Projektbesuchen und Gesprächen mit Regierungs- und Oppositionsvertretern über die Entwicklungszusammenarbeit prägten besonders in Nepal auch die kurz bevorstehenden Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung sowie die Krise im benachbarten Tibet das Programm.
Zur Delegation gehörten neben Hoppe auch die Abgeordnete Sibylle Pfeiffer und Klaus-Peter Flosbach (beide CDU) sowie Dr. Sascha Raabe und Dr. Wolfgang Wodarg (beide SPD).
In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu trafen die Bundestagsabgeordneten auch mit Flüchtlingen aus Tibet, dem dortigen Repräsentanten des Dalai Lama und Vertretern des tibetischen Exil-Parlaments zusammen. Ihnen wurde berichtet, dass chinesische Sicherheitskräfte viele Klöster in Tibet abgeriegelt hätten, um die Mönche und Nonnen daran zu hindern, öffentlich für mehr Autonomie für Tibet zu demonstrieren.
Durch die nach wie vor andauernden Abriegelungen sei es für die Bewohner einiger Klöster nicht mehr möglich, an Nahrungsmittel und Medikamente heranzukommen, was bereits zu bedrohlichen Versorgungsengpässen geführt und auch schon einzelne Todesopfer gefordert hätte.
Die Vertreter der Exil-Tibeter in Nepal und des tibetischen Exil-Parlaments bekräftigten, dass die Proteste in Tibet überwiegend gewaltfrei seien. Ausnahmen seien sowohl vom Dalai Lama als auch vom tibetischen Exilparlament scharf kritisiert worden.
Einige Ausschreitungen seien aber von chinesischen Sicherheitskräften inszeniert und den Mönchen in die Schuhe geschoben worden. So wurden den Bundestagsabgeordneten Fotos gezeigt, auf denen chinesische Sicherheitskräfte in Uniform zu sehen sind, die tibetische Mönchskutten im Gepäck mit sich führen.
Nach dem Gespräch mit den gewählten Vertretern der Exil-Tibeter richtete Delegationsleiter Thilo Hoppe ein Grußwort an mehr als 1000 tibetische Flüchtlinge und Exil-Tibeter, die in Kathmandu versammelt waren unter ihnen rund 400 Mönche und Nonnen. Er erklärte sich im Namen der Delegation solidarisch mit ihrem gewaltfreien Engagement für die universellen und unteilbaren Menschenrechte und für mehr Autonomie Tibets innerhalb Chinas.
In einem Gespräch mit Ministerpräsident Koirala forderten die Bundestagsabgeordneten die nepalesische Regierung auf, den Exil-Tibetern Demonstrationsfreiheit zu gewähren. Zur Zeit finden in Kathmandu täglich gewaltfreie Proteste der Exil-Tibeter statt, die von der nepalesischen Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken aufgelöst werden. Die tibetischen Demonstranten würden verhaftet, aber fast alle am gleichen Abend oder nächsten Tag wieder freigelassen.
„Die nepalesische Regierung steht stark unter Druck des mächtigen Nachbarn China“, erklärte Delegationsleiter Thilo Hoppe der Presse gegenüber. Der chinesische Botschafter in Kathmandu, mit dem die Bundestagsdelegation auch zusammentraf, hätte die nepalesische Regierung aufgefordert, noch konsequenter die „anti-chinesischen Kundgebungen“ in Kathmandu zu unterbinden. Andererseits befänden sich im Rahmen einer Mission der Vereinten Nationen rund 800 internationale Wahlbeobachter und Menschenrechtsexperten in Nepal, die die Vorbereitung und Durchführung der für den 10. April vorgesehenen Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung überwachten. Diese internationale Präsenz sei in gewisser Weise auch ein Schutz für die Exil-Tibeter in Nepal, erklärte Hoppe. „Wären die Wahlbeobachter nicht im Land, hätte die Regierung die Demonstrationen der Tibeter sicherlich noch brutaler und konsequenter niedergeknüppelt“, so Hoppe.
09.04.08
Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama an alle Tibeter vom 6. April 2008
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Ich entbiete allen Tibetern in Tibet meine herzlichsten Grüße und möchte hier einige meiner Überlegungen mit ihnen teilen:
1. Seit dem 10. März dieses Jahres sind wir Zeuge von Protesten und Demonstrationen in fast allen Teilen Tibets geworden, sogar in einigen Städten in China protestierten Studenten all das ist der Ausbruch der seit langem angestauten äußeren und inneren Qualen der Tibeter und ihres Gefühls tiefer Verbitterung aufgrund der Unterdrückung der Rechte des tibetischen Volks, dem Mangel an religiöser Freiheit und des Versuchs, die Wahrheit bei jeder nur möglichen Gelegenheit zu entstellen: Dazu gehört z.B. die Aussage, die Tibeter blickten nun auf die Kommunistische Partei Chinas wie auf einen „Lebenden Buddha“. Dies ist eine ultralinke Behauptung, die von Han-Chauvinismus zeugt. Ich bin tief betrübt und besorgt über den Einsatz von Waffen und Gewalt bei der Unterdrückung der friedlich vorgebrachten Sehnsüchte des tibetischen Volkes, die Unruhen in ganz Tibet zur Folge hatten mit zahlreichen Toten, vielen weiteren Opfern, Festnahmen und Verletzungen. Eine solche Unterdrückung und solches Leid sind so verhängnisvoll und tragisch, dass jeder mitfühlende Mensch zu Tränen gerührt wird. Angesichts dieser tragischen Ereignisse fühle ich mich gänzlich hilflos.
2. Ich bete für alle Tibeter und auch für alle Chinesen, die in der jetzigen Krisenzeit ihr Leben verloren haben.
3. Die jüngsten Proteste in ganz Tibet widerlegen nicht nur die Propaganda der Volksrepublik China, dass, abgesehen von einigen wenigen „Reaktionären“ die Mehrheit der Tibeter zufrieden sei und ein Leben in Wohlstand führe, sondern führt sie ad absurdum. Diese Proteste haben ganz klar gezeigt, dass die Tibeter in den drei Provinzen Tibets, in U-tsang, in Kham und in Amdo, dieselben Hoffnungen und Sehnsüchte hegen. Diese Proteste sind eine Botschaft an die Welt, dass das Tibet-Problem nicht länger vernachlässigt werden darf. Diese Proteste zeigen, wie dringend notwendig es ist, das Problem auf dem Wege der „Wahrheitsfindung durch Fakten“ zu lösen. Der Mut und die Entschlossenheit jener Tibeter, die um der höheren Interessen des tibetischen Volkes willen ihrem bitteren Schmerz und ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen und dabei alles aufs Spiel setzten, verdienen große Bewunderung, was die Weltgemeinschaft auch anerkannte und die Beweggründe dieser Tibeter unterstützte.
4. Ich schätze ganz besonders das Verhalten von vielen tibetischen Regierungsangestellten und von führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei, die, ohne ihre tibetische Identität aufzugeben, mit Entschlossenheit und Vernunft in der gegenwärtigen Krise das Richtige getan haben. Für die Zukunft bitte ich daher alle tibetischen Parteikader und Regierungsangestellten, nicht immer nur auf ihren persönlichen Vorteil zu achten, sondern sich für die Wahrung der eigentlichen Interessen Tibets einzusetzen, indem sie ihren Vorgesetzten in der Partei die tatsächlichen Gefühle des tibetischen Volkes vermitteln und versuchen sollten, dem tibetischen Volk eine unvoreingenommene Führung zu geben.
5. Präsidenten, Ministerpräsidenten, Außenminister, Nobelpreisträger, Parlamentarier und besorgte Bürger aus allen Teilen der Welt wandten sich mit klaren und deutlichen Worten an die chinesische Führung, von ihrem gegenwärtigen harten Vorgehen gegen das tibetische Volk Abstand zu nehmen. Sie alle legten der chinesischen Regierung nahe, einen Weg einzuschlagen, auf dem eine für beide Seiten nutzbringende Lösung gefunden werden könnte. Wir sollten uns nun eine Möglichkeit dafür schaffen, dass ihre Bemühungen positive Ergebnisse hervorbringen können. Ich bin mir dessen bewusst, daß Ihr Euch in jeder Hinsicht herausgefordert fühlt, aber es ist wichtig, dass wir uns an unserer gewaltfreien Praxis festhalten.
6. Die chinesische Regierung hat die falschen Anschuldigungen gegen mich und die Tibetische Zentralverwaltung erhoben, wir hätten die jüngsten Ereignisse in Tibet angestiftet und gelenkt. Derartige Vorwürfe entbehren jeglichen Wahrheitsgehaltes. Ich habe wiederholt vorgeschlagen, dass ein unabhängiges und renommiertes internationales Gremium eine vollständige Untersuchung der Angelegenheit vornehmen soll. Ich bin überzeugt, dass ein solches unabhängiges Gremium die Wahrheit aufdecken wird. Wenn die Volksrepublik China auch nur die geringste Grundlage für ihre Anschuldigungen hat und Beweise dafür beibringen kann, dann möge sie diese vor der Welt offenlegen. Es reicht nicht, bloße Behauptungen aufzustellen.
7. Was die Zukunft Tibets betrifft, so habe ich beschlossen, eine Lösung innerhalb des Rahmens der Volksrepublik China zu finden. Seit 1974 habe ich mich unermüdlich für den beiderseits vorteilhaften Mittleren Weg eingesetzt. Das weiß die ganze Welt. Der Vorschlag des Mittleren Weges bedeutet, dass alle Tibeter einer gleichen Verwaltung unterstehen, die eine substantielle nationale regionale Autonomie genießt mit allem, was damit zusammenhängt, also mit Selbstverwaltung und voller Entscheidungsbefugnis, ausgenommen in Angelegenheiten der Außenpolitik und der nationalen Verteidigung. Ich habe aber von Anfang an gesagt, dass die Tibeter in Tibet das Recht haben, die endgültige Entscheidung über die Zukunft Tibets zu treffen.
8. Die Austragung der Olympischen Spiele in diesem Jahr ist etwas, worauf das 1,2 Milliarden zählende chinesische Volk sehr stolz ist. Von Anfang an habe ich mich für die Austragung der Spiele in Peking eingesetzt. Meine Position in dieser Hinsicht bleibt unverändert. Ich meine, dass die Tibeter die Spiele nicht behindern sollten. Einerseits ist es das legitime Recht eines jeden Tibeters, für seine Freiheit und seine Rechte zu kämpfen. Andererseits wäre es zwecklos und würde niemandem nützen, wenn wir etwas täten, was die Chinesen mit Hass erfüllte. Im Gegenteil, wir müssen Vertrauen und Achtung in unseren Herzen hegen, um eine harmonische Gesellschaft zu schaffen denn diese kann nicht erbaut werden auf der Basis von Gewalt und Einschüchterung
9. Unser Kampf gilt nur einigen wenigen in der Führungsspitze der Volksrepublik China, aber nicht dem chinesischen Volk. Daher sollten wir versuchen, niemals Missverständnisse entstehen zu lassen oder etwas zu tun, was das chinesische Volk verletzen könnte. Selbst in dieser schwierigen Lage haben uns viele chinesische Intellektuelle, Schriftsteller und Rechtsanwälte in China selbst und in anderen Teilen der Welt ihrer Sympathie versichert und ihre Solidarität mit uns bekundet, indem sie Erklärungen abgaben, Artikel verfassten und uns ihre Unterstützung zusicherten, was einfach überwältigend ist. Ich habe kürzlich, am 28. März, einen Appell an das chinesische Volk auf der ganzen Welt gerichtet, von dem ich hoffe, daß Ihr ihn hören und lesen werdet.
10. Wenn die gegenwärtige Lage in Tibet anhält, dann mache ich mir sehr große Sorgen, dass die chinesische Regierung mit noch mehr Gewalt vorgehen und die Unterdrückung des tibetischen Volkes verstärken wird. Angesichts meiner moralischen Verpflichtung und meiner Verantwortung gegenüber dem tibetischen Volk habe ich die zuständigen Führer der VR China aufgefordert, ihre Unterdrückungspolitik in allen Teilen Tibets unverzüglich einzustellen und ihre bewaffneten Polizeieinheiten und Truppen abzuziehen. Wenn dies Gehör fände, würde ich die Tibeter bitten, von allen weiteren Protesten Abstand zu nehmen.
11. Ich möchte meine tibetischen Landsleute, die außerhalb Tibets in Freiheit leben, bitten, außerordentliche Umsicht walten zulassen, wenn sie ihre Empfindungen über die Entwicklung in Tibet zum Ausdruck bringen. Wir sollten uns auf keine Aktivitäten einlassen, die auch nur entfernt als gewalttätig interpretiert werden könnten. Selbst in einer so provokanten Situation wie dieser dürfen wir nicht zulassen, dass unsere kostbarsten und sorgsam gehüteten Werte kompromittiert werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser gewaltfreier Weg zum Erfolg führen wird. Wir sollten uns bemühen zu verstehen, woher die beispiellose Sympathie und Unterstützung für unsere Sache rührt.
12. Da Tibet derzeit praktisch abgeriegelt ist und internationalen Medien kein Zugang gewährt wird, hege ich Zweifel, ob meine Botschaft die Tibeter in Tibet erreichen wird. Ab er ich hoffe, dass sie durch die Medien und durch Mundpropaganda die Mehrheit von Euch erreichen wird.
13. Zum Schluß möchte ich noch ein weiteres Mal alle Tibeter dazu aufrufen, Gewaltlosigkeit zu üben und auf keinen Fall von diesem Weg abzuweichen, wie ernst die Lage auch sein möge.
Der Dalai Lama
Dharamsala, 6. April 2008
Übersetzung: Adelheid Dönges
Revision: Angelika Mensching, MoKa
05.04.08
Die Opfer des Volksaufstands in Tibet bleiben namenlos - China läßt die Leichen wegschaffen und verbrennen
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03. April 2008
Seit dem 10. März haben Tibeter in allen drei traditionellen Provinzen Tibets auf den Strassen demonstriert. Infolge der brutalen Niederschlagung sind bisher mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen. Nur von 40 sind bisher die Namen und die Herkunft bekannt geworden. Vier weitere Todesopfer, deren Identität kürzliche bekannt wurde, sind:
Kunga, Mönch aus dem Kloster Chokri, Bezirk Drakgo, TAP Karze, Provinz Sichuan, bei der Demonstration am 14.März erschossen
Kyari, Einwohner der Gemeinde Khekor, Bezirk Serthar, TAP Karze, Provinz Sichuan, wurde am 20. März in Khekor getötet
Gyalpo, 33 Jahre, aus dem Bezirk Phenpo Lhundrup, Stadtkreis Lhasa, verstarb am 26.März an den Folgen der schweren Verletzungen durch Schläge, die ihm während den Demonstrationen zugefügt wurden
Dawa, Gemeinde Dagpo, Bezirk Phenpo Lhundrup, Stadtkreis Lhasa, verstarb am 27.März an den Folgen von Schlägen der Sicherheitskräfte,
China zerstört nun alle Nachweise der Todesfälle, indem es die Leichen der bei den Demonstrationen Getöteten beschlagnahmt und sofort verbrennt.
Militär und Polizei haben zahlreiche Leichen sofort verbrannt und nur ihre Asche an die Familien übergeben.
Mit dieser gräßlichen Vorgehensweise soll jeglicher Beweis für diese Tötungen vernichtet werden. Hier zwei Beispiele, von denen man erfuhr:
Während der Demonstration in Lhasa am 14. März wurde Lhakpa Tsering in der Lu-ghug-Straße durch einen Schuß in die Stirn getötet. Der aus der Präfektur Lhoka stammende Mann war ungefähr 30 Jahre alt, lebte in Lhasa und arbeitete als Fahrer für Touristen. Mit der Begründung, es müßten noch gerichtsmedizinische Untersuchungen vorgenommen werden, zwang das PSB seine Familie zur Herausgabe des Leichnams. Er wurde in Toelung in West Lhasa eingeäschert; anschließend übergab man seiner Familie die Asche in einer Plastiktüte, auf der sein Name vermerkt war.
Am 24. März wurde der Mönch Kunga aus dem Kloster Chokri im Kreis Drakgo, TAP Kardze, Provinz Sichuan, während einer Demonstration in diesem Kloster erschossen. Sein Leichnam wurde am 25. März weggeschafft und in der Nähe verbrannt.
Die Schlußfolgerung liegt nahe, daß die Chinesen seit Beginn der Proteste in dieser Weise handelten, damit später nichts mehr bewiesen werden kann.
Übersetzung: Irina Raba
Flüchtige Revision: Adelheid Dönges
Hier folgen zwei Mitteilungen des TCHRD über weitere Proteste und deren Niederschlagung, es scheint, daß die Proteste weitergehen, über den aktuellen Stand kann man sich bei www.tchrd.org informieren, eine nützliche Übersichtskarte über die diversen Orte, an denen protestiert wurde, gibt es bei ICT:
http://www.savetibet.org/images/news/protestsmap2008.jpg
Diese Proteste weisen immer denselben Verlauf auf, zuerst beginnen sie friedlich, dann schießen die örtlichen Sicherheitskräfte mit scharffer Munition, einige Tibeter werden tötlich getroffen, die Menge erregt sich und versucht sich zu wehren, kurz danach rücken Verstärkungen der paramilitärischen Kräfte an, die die Demonstranten festnehmen, 2-3 Tage danach marschieren die Eliteinheiten der PLA ein, es wird ein Ultimatum gestellt, daß sich die Teilnehmer bis zu einem gewissen Datum den Behörden zu stellen haben. Wer das nicht tut und danach auf der Straße gesehen wird, verschwindet oder wird sofort erschossen. Über den Ort wird eine Ausgangssperre verhängt und zahllose Tibeter kommen uns Leben. Deren Zahlen werden wir nie erfahren infolge der totalen Abriegelung Tibets. Es werden immer mehr Truppen nach Tibet verlagert, dem Analysten Mark Zavadskiy zufolge, der in der Kanwa Defense Review (www.kanwa.com), schreibt, sind die diese Truppen die die Spitzen-Kampfeinheiten mit der alle!
rschnellsten Reaktionsbereitschaft in Chinas südwestlicher Region, danzer Artikel siehe: http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2008/KanwaMilitaryReview.html
Wie die Tibet-Initiative Deutschland soeben meldete, (23.3.08) wurden die großen Klöster Zentraltibets - Drepung, Ganden und Sera - von der Wasser- und Lebensmittelversorgung abgeschnitten wurden. Es droht eine humanitäre Katastrophe, da den Mönchen auch ein Verlassen der Klöster verweigert wird. Laut Informationen der tibetischen Regierung im Exil wird zudem Tibetern, die im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste verletzt wurden, eine medizinische Behandlung verwehrt. Krankenhäusern und Ärzten sei bei Strafe verboten, Tibeter medizinisch zu versorgen. Die Neuigkeiten, die trotz der faktischen Nachrichtensperre noch irgendwie aus Tibet herauskommen, zeigen, dass die chinesische Regierung auch vor grausamsten Mitteln nicht zurückschreckt, um drohende weitere Proteste bereits im Keim zu ersticken. Die internationale Gemeinschaft muss hier unverzüglich eingreifen. Die umgehende Entsendung von Helfern des Internationalen Roten Kreuzes und von internationalen Beobachtern wird geforder!
t.
Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P., India
Phone/Fax: +91 1892 23363 / 25874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
Pressemitteilungen, 21. März 2008
Tibetern steht eine Welle von Massenverhaftungen bevor
Nach mehren Tagen gewaltfreier Proteste in Lhasa und anderen Teilen Tibets gehen die chinesischen Behörden nun allerorten daran, Hunderte von Tibetern festzunehmen.
Am 19. März verhafteten die Behörden der Stadt Lhasa 24 tibetische Demonstranten und nahmen sie in Untersuchungshaft. Dabei ist jetzt schon klar, daß man sie schwerer Verbrechen anklagen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilen wird. Inhaftierung zu Ermittlungszwecken ist in China allgemeine Praxis, und vermutlich werden die Festgenommenen innerhalb von fünf Tagen vor Gericht gestellt, was verglichen mit demokratischen Ländern ein unglaublich schnelles juristisches Verfahren ist. Die außerordentlich schnellen Festnahmen und Verurteilungen sind typisch für das chinesische Justizsystem, das die Bevölkerung auf diese Weise in Angst und Schrecken versetzen will, um sie von weiteren Protesten abzuhalten. ?Ziegen töten, um die Schafe zu abzuschrecken?, lautet das Sprichwort.
Offiziellen chinesischen Quellen zufolge haben sich bisher 170 Tibeter "freiwillig" gestellt. Obwohl die chinesischen Behörden allen, die sich bis zum 17. März um Mitternacht meldeten, Milde versprochen haben, steht angesichts der Natur des chinesischen Regimes und dessen Umgang mit den tibetischen Demonstranten im Jahr 1989 zu befürchten, daß die Demonstranten von heute mit allem anderen als mit Milde zu rechnen haben. Es bestehen nur sehr geringe Aussichten, daß diejenigen Tibeter, die sich gestellt haben, weniger streng bestraft werden als andere. Bisher wurden über 1.000 Tibeter verhaftet, Hunderte sind verschwunden und die Zahlen steigen ständig.
In ganz Tibet herrschen weiterhin strengste Restriktion und Überwachung und es wird immer wieder gemeldet, daß die tibetische Bevölkerung von Knappheit an Nahrungsmitteln, Trinkwasser und anderen Versorgungsgütern betroffen ist, ein Notstand, von dem es heißt, daß er absichtlich vom Staat herbeigeführt wurde.
Die Tibeter im Bezirk Ngaba, die am 15., 16. und 17. März protestiert hatten, wurden bereits aufgefordert, sich den chinesischen Behörden zu stellen, wenn sie mit Nachsicht behandelt werden möchten. Ferner sollen sie die Waffen übergeben. Die Häuser von Tibetern, die die Behörden einer Teilnahme an den Demonstrationen verdächtigen, wurden durchsucht. Die Gebetszeremonien im Kloster Kirti wurden auf behördliche Anordnung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Es wurde auch über Fälle von plötzlichem Verschwinden aus der Gegend berichtet.
Das TCHRD ist tief besorgt über die derzeitigen Umstände in den von Tibetern bewohnten Gebieten.
Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P., India
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Pressemitteilung, 19. März 2008
Berichte über weitere Proteste aus den Klöstern Achok Tsenyi und Dzoge in der Präfektur Ngaba, Sichuan
Mehr als 100 Tibeter im Bezirk Marthang (Kakhok), "TAP" Ngaba, Provinz Sichuan, haben gestern Nachmittag eine friedliche Demonstration durchgeführt. Bestätigten Informationen zufolge, die dem Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) vorliegen, gab es bislang in der Nachfolge des Protestes noch keine Verhaftungen oder Inhaftierungen. Dieser Bericht stellt eine Fortführung der Berichte dar, welche das Centre seit dem Tag der Aufstände am 10. März herausgegeben hat.
Gestern um ca. 13:00 Uhr (Pekinger Zeit) führten zahlreiche tibetische Mönche des Klosters Achok Tsenyi in der Stadt Achok, Bezirk Marthang (Kakhok) (ch: Hongyuan Xian), "TAP" Ngaba, Provinz Sichuan, eine friedliche Demonstration durch, welcher sich später viele einfache Bürger der Stadt Achok anschlossen. Die Protestierenden zogen zur städtischen Verwaltungszentrale der Regierung im Viertel des Hauptmarktes, wo die Protestierenden die chinesische Nationalflagge entfernten und an ihrer Stelle die verbotene tibetische Nationalflagge hißten. Die Protestierenden riefen Slogans, in denen sie die Rückkehr des Dalai Lama und Freiheit für Tibet forderten. Die örtlichen Offiziere des Public Security Bureau (PSB) verlangten von den Protestierenden die Demonstration zu beenden, aber diese gaben der Forderung nicht nach. Lastwagenladungen bewaffneter Polizei wurden in das Gebiet des Hauptmarktes gebracht, um die Protestierenden niederzuzwingen. Zurzeit liegen keine Informationen über die Zah!
l der Verhaftungen oder Inhaftierungen von Protestteilnehmern vor. Das Centre wird die Situation weiterhin beobachten.
Entsprechend bestätigten Informationen, die das TCHRD erhalten hat, wurde in einem ähnlichen Zwischenfall am Abend des 10. März durch Mönche des Klosters Dzoge Thangkor Soktsang im Bezirk Dzoge (ch: Zoige Xian), "TAP" Ngaba, Provinz Sichuan, die chinesische Flagge eingeholt, welche auf dem Klostergelände gehißt war und der gleiche Vorgang wiederholte sich am 14. März trotz der Versuche der Behörden die chinesische Fahne wieder hochzuziehen. Am Abend des 16. März um ca. 18:30 (Pekinger Zeit) wurden zahlreiche Mönche des Klosters Dzoge Thangkor Soktsang von Hunderten bewaffneter Polizisten blockiert und daran gehindert, ihren Protestmarsch zum Sitz der Bezirksregierung fortzusetzen.
Am nächsten Morgen, um ca. 11:00 Uhr (Pekinger Zeit) wurde erneut von Mönchen des Klosters Dzoge Thangkor Soktsang ein Protest angeführt, dessen Ziel der Sitz der Bezirksregierung war und dem sich einfache Bürger anschlossen, die in Slogans die Unabhängigkeit Tibets forderten und riefen "Lang lebe der Dalai Lama", Laßt den Panchen Lama frei" und "China, gib Tibet frei". Die Protestierenden stürmten auf das Gelände der Zentrale der Bezirks-PSB und holten die chinesische Fahne ein und ersetzten diese durch die verbotene tibetische Fahne. Innerhalb weniger Minuten wurden durch bewaffnete Sicherheitskräfte Tränengasgeschosse in die Menge der Protestteilnehmer gefeuert, um die Protestierenden auseinanderzutreiben. Es liegem zu diesem Zwischenfall im Moment keine Information über die Zahl der Verhaftungen oder Inhaftierungen vor, unabhängig davon wird das TCHRD weiterhin die Situation in Tibet genau beobachten.
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