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22.04.2008

Dalai Lama begrüßt Gesprächsangebot aus Peking
25.04.2008

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Dalai Lama begrüßt Gesprächsangebot aus Peking

Vor kurzem nannte Chinas Regierung ihn noch einen "Wolf in Mönchskutte" - jetzt ändert die Führung in Peking offenbar ihre Strategie: Einem amtlichen Bericht zufolge will die Regierung bald mit einem Vertreter des Dalai Lama zusammentreffen. Dessen Sprecher begrüßte das Angebot.

Peking - Sie beschuldigten ihn, Drahtzieher der Proteste in Tibet zu sein - ein Vertreter der chinesischen Führung sagte noch vor wenigen Wochen: "Wir befinden uns jetzt in einer heftigen Blut-und-Feuer-Schlacht mit der Clique des Dalai Lama, einem Kampf auf Leben und Tod zwischen uns und dem Feind."
Jetzt werden die Töne milder - die scharfen internationalen Proteste gegen die chinesische Tibet-Politik scheinen zu wirken: Gut drei Monate vor den Olympischen Spielen hat China einen Dialog mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter angekündigt.
Angesichts der wiederholten Forderungen von Seiten des Dalai Lama nach einer Wiederaufnahme der Gespräche werde die zuständige Abteilung der Zentralregierung "in den nächsten Tagen Kontakt und Konsultationen mit dem privaten Vertreter des Dalai" aufnehmen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua einen namentlich nicht genannten chinesischen Regierungsvertreter.
Der chinesische Beamte bekräftigte laut Xinhua aber, die Politik gegenüber Tibet habe sich nicht geändert. "Man hofft, dass durch den Kontakt und die Beratungen die Seite des Dalai Lama verantwortliche Schritte unternehmen wird, um die Aktivitäten zur Aufsplitterung Chinas zu unterbinden." Außerdem gehe es darum, "das Anheizen von Gewalt und das Stören und Sabotieren der Olympischen Spiele in Peking zu stoppen".
Unterdessen hat der Dalai Lama laut eines Sprechers das Gesprächsangebot der chinesischen Regierung begrüßt. Dies sei "ein Schritt in die richtige Richtung", weil nur direkte Treffen zu einer Lösung der Tibet-Frage führen könnten, sagte der Sprecher Tenzin Takla in Neu Delhi nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Offiziell habe man aber noch keine Einladung der chinesischen Seite erhalten, zitiert die dpa den Sprecher.
Bisherige Dialogrunden blieben erfolglos
Peking sah sich nach den blutigen Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Mitte März mit zunehmenden Forderungen nach Gesprächen mit dem Dalai Lama konfrontiert. Druck machten dabei auch die USA und die Europäische Union. Die Lage in Tibet war am Freitag auch eines der zentralen Themen beim Treffen von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Peking mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao. Dieser sprach schon vorab von einem Besuch "zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt". Das Eingehen auf den Gesprächswunsch des Dalai Lamas schien sich schon beim Treffen Barrosos mit Wen anzudeuten. Er sei zuversichtlich, dass es schon bald eine "positive Entwicklung in dieser Frage geben werde", sagte der EU-Kommissionspräsident nach der Beratung.
Tatsächlich hat es in der Vergangenheit bereits mehrere Treffen zwischen Vertretern des Dalai Lama und der chinesischen Führung gegeben: Seit 2002 fanden sechs Dialogrunden statt, während derer aber keine greifbaren Fortschritte erzielt wurden. Die letzte Runde war im Juni 2007. Unabhängige Quellen, die mit dem bisherigen Gesprächsverlauf vertraut sind, hegen den Verdacht, dass Chinas Regierung die Treffen vor allem dazu benutzt habe, nach außen Gesprächsbereitschaft zu zeigen, um Kritiker zu besänftigen und Zeit zu gewinnen. Aus Sicht des Unterhändlers Lodi Gyaltsen Gyari schienen seine chinesischen Gesprächspartner nicht ernsthaft bei der Sache.
Der Dalai Lama hat in der Vergangenheit erklärt, er strebe eine größere Autonomie für Tibet an, aber keine Unabhängigkeit. Mit einem Dialog würde China einen Kurswechsel im Tibet-Konflikt einleiten, in dem es trotz internationalen Drucks direkte Kontakte mit der Exilregierung bislang abgelehnt hat.
Nach den tibetischen Protesten im März hat die Regierung in Peking dem buddhistischen Oberhaupt vorgeworfen, Drahtzieher der Gewalt zu sein. Nach offiziellen Angaben der chinesischen Behörden kamen bei den Unruhen 22 Menschen ums Leben, die tibetische Exilregierung spricht von mindestens 140 Toten. 

TID fordert konsequente Haltung von Sport und Politik
Anhaltende Unterdrückung in Tibet  - Tibet Initiative Deutschland fordert konsequente Haltung von Sport und Politik
 
Berlin, 22.04.2008 – Auch sechs Wochen nach Beginn der Proteste in Tibet sieht die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) keine Besserung der Menschenrechtslage. Trotz der von chinesischen Behörden verhängten Nachrichtensperre gibt es Berichte, denen zufolge der Terror gegen alle Tibeter, die protestieren oder verdächtigt werden, an Protesten teilgenommen zu haben, unvermindert anhält. Die TID fordert daher von der Politik und den Sportverbänden, konsequent und geschlossen dafür einzutreten, dass China seine Tibet-Politik umgehend ändert.
 
„China versucht alles, um jede Form kritischer Meinungsäußerung im Keim zu ersticken“, sagt Wolfgang Grader, Vorsitzender der TID. „Wir alle sind aufgefordert zu verhindern, dass dieser Zustand zur Normalität wird. Die Zusage der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft an China, den Dalai Lama nicht nach Brüssel einzuladen, ist daher ein falsches und gefährliches Zeichen.“
 
Noch immer ist Tibet weitgehend abgeriegelt, willkürliche Verhaftungen, Umerziehungsmaßnahmen in den Klöstern und die gewaltsame Niederschlagung von Demonstrationen sind weiterhin an der Tagesordnung. Die TID befürchtet, dass Tausende verhaftete Tibeter in unfairen Prozessen zu langen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt werden sollen. In der Folge werden unzählige Familien ohne Ernährer dastehen, ganze Klöster werden verwaist sein. „Die Politik muss erkennen, dass die Werte der Mitmenschlichkeit hier höher wiegen als alle anderen Interessen“, so Grader weiter. „Und auch der Sport muss im Vorfeld der Olympischen Spiele seinen Einfluss geltend machen, etwa dahingehend, dass die Olympische Fackel nicht wie geplant durch Tibet getragen wird.“
 
Auf Einladung der TID wird vom 16. bis 18. Mai der 14. Dalai Lama nach Deutschland kommen. Als erste Stationen in Europa seit Beginn der Proteste in Tibet stehen Veranstaltungen in Bochum und Mönchengladbach (in Kooperation mit dem Büro Sascha Hellen), Nürnberg und Bamberg auf dem Programm. Das Thema der Vortragsreise lautet "Kein Frieden ohne Menschenrechte".
 

Pressekontakt: Boris Eichler, Tel. 030-42081521, office@tibet-initiative.de 

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. ist die größte und älteste politische Tibet-Unterstützer-Organisation in Deutschland. Seit 1989 setzt sie sich für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und die Wahrung der Menschenrechte im besetzten Tibet ein. Mit bundesweit über 50 Regionalgruppen und Kontaktstellen kämpft sie für diese Ziele – durch Aufklärungsarbeit, Aktionen, Mahnwachen und Lobbyarbeit.

Unruhen in Tibet seit dem 12.3.2008
Unruhen in Tibet seit dem 12.3.2008 dem 49. Jahrestag des tibetischen Aufstandes gegen die chinesische Besatzung. Damals kamen tausende Menschen im Gewehrfeuer der Chinesen ums Leben und der Dalai Lama musste aus seinem Land nach Dharamsala/Indien fliehen.

Die jahrelange Unterdrückung von Kultur, Sprache, Religion und Freiheit, die Repressionen, Folter, Enteignung und die steten Menschenrechtsverletzungen sind nur offensichtliche Gründe für den Unmut der Tibeter. Die legitime Vertretung der Tibeter, das religiöse und politische Oberhaupt S.H. der 14. Dalai Lama mahnt zum strikten Gebot der Gewaltfreiheit und ruft den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zum Dialog auf sowie einem Ende der Gewalt. Er bittet das kommunistische Regime ein aufrichtiges Angebot für eine Lösung des Tibet-Problems vorzulegen. Seit Jahren fordert das tibetische Volk das Recht auf kulturelle und religiöse Selbstbestimmung um sein Überleben sichern zu können.
Die Verhaftungen gehen weiter, die Proteste gegen die kommunistische Herrschaft ebenfalls. Durch das unmenschliche Vorgehen der chinesischen Paramilitärs droht eine humanitäre Katastrophe in Tibet. Chinas Propagandamaschinerie verfolgt eine Strategie der Abschottung der Unruheprovinzen. Alle ausländischen Journalisten und Touristen wurden ausgewiesen. China will unbedingt verhindern, dass die Truppenaufmärsche, das gewaltsame Vorgehen gegen Protestierer durch die Medien der Welt gehen.

Die chinesische Internetpolizei verhängte eine Totalblockade und steuert weiter ihre Propagandapolitik um die Welt über die tatsächlichen Greuel in Unkenntnis zu wiegen. (Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen, prüfen Sie die Informationen und wägen mit Verstand ab!)
Unterstützen Sie das Tibetische Volk in ihrem Willen und ihrem Recht nach kultureller und religiöser Selbstbestimmung.

Stellungnahme der TID zu den Unruhen in Tibet

19.03.08
Aufstand in Tibet - März 2008
Stellungnahme der TID zu den Unruhen in Tibet



Die Tibet Initiative Deutschland e.V. [TID] ist bestürzt über die gegenwärtige Entwicklung in Tibet. Mit ihrer brutalen Reaktion auf die landesweiten Demonstrationen zeigt die chinesische Regierung trotz ihrer Zusage, vor den olympischen Spielen die Menschenrechtssituation zu verbessern, aufs Allerdeutlichste ihr grausames Gesicht. Die TID verurteilt uneingeschränkt die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste in Tibet.

Die TID fordert:


die sofortige Beendigung der menschenverachtenden Gewaltanwendung durch die chinesischen Sicherheitskräfte in Tibet und die Freilassung der Festgenommenen,

die sofortige Öffnung des Landes [Bewegungsfreiheit für Tibeter, Journalisten und internationale Beobachter etc.]

die Zulassung einer unabhängigen Untersuchungskommission

vom UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, das chinesische Vorgehens unverzügliche und vorbehaltlose zu verurteilen

vom Internationalen Olympischen Komitee [IOC], die olympischen Spiele in Peking im August 2008 abzusagen

von der Bundesregierung, das menschenverachtende Vorgehen der Sicherheitskräfte in Tibet aufs Schärfste zu verurteilen und sich allen o.g. Forderungen anzuschließen
Allein echte Verhandlungen der chinesischen Regierung mit der tibetischen Führung im Exil können zu einer Lösung des Tibet-Problems führen. Die TID wird mit allen ihr zur Verfügung stehenden friedlichen Mitteln für die Erfüllung der oben genannten Forderungen kämpfen. Wir rufen die deutsche Bevölkerung auf, sich unseren Forderungen anzuschließen und das tibetische Volk nach besten Kräften zu unterstützen.


14.03.2008
PRESSEMITTEILUNG

Chinesische Führung verantwortlich für Eskalation der Gewalt in Tibet


Die Tibet Initiative Deutschland e.V. [TID] und der Verein der Tibeter in Deutschland [VTD] protestieren bundesweit gegen das Vorgehen der chinesischen Truppen in Lhasa.

Die TID ist entsetzt über die gewaltsame Reaktion der chinesischen Führung und ihrer Sicherheitskräfte auf die zunächst friedlichen Demonstrationen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. "Für die Eskalation der Gewalt, die inzwischen zu mehreren Todesopfern und vielen Verletzten geführt hat, ist allein die chinesische Führung verantwortlich" so Inge Schnetzer, Politische Referentin der TID. Seit Beginn der Woche demonstrieren Mönche für die Freiheit Tibets. Spontan haben sich ihnen zahlreiche Bürger angeschlossen. Augenzeugen berichten von über 1000 Demonstranten.

Statt die Forderungen der Demonstranten ernst zu nehmen und den Dialog zu suchen, lässt die chinesische Führung den Protest brutal niederschlagen. Sie verweigert sich jeder politischen Auseinandersetzung und versucht durch das Kappen von Telefonleitungen und Internetzugängen Nachrichten über die Geschehnisse zu unterdrücken.

"Solange die Forderungen unseres Volkes nach politischer, religiöser und kultureller Selbstbestimmung nicht erfüllt werden, wird Tibet nicht zur Ruhe kommen", erklärt Dalha Agyitsang vom VTD.

TID und VTD protestieren nachdrücklich gegen das brutale Vorgehen und fordern die chinesische Regierung auf, die Übergriffe umgehend einzustellen, alle Inhaftierten sofort freizulassen und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu achten.

Um die Forderungen der Tibeter zu unterstützen, ruft die TID am morgigen Samstag, 15. März 2008, bundesweit zu Demonstrationen auf.

Die zentrale Kundgebung in Berlin findet statt: Samstag, 15.März., 12.00 Uhr vor der chinesischen Botschaft; S / U Jannowitzbrücke.

Pressekontakt:

Ingeborg Schnetzer [TID]: 0172 98 73 777
Dalha Agyitsang [VTD]: 0228 24 11 61

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