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Von: tid-newsletter@web.de
Datum: 13. März 2006 15:18:18 MEZ
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Betreff: TID Newsletter 13-03-2006
Antwort an: tid-newsletter@web.de
TID-Newsletter 13-03-2006
Inhalt:
1. Deutschland zeigt Flagge für Tibet
2. Drei tibetische Hungerstreikende fordern in Turin das IOC heraus
3. Fünfte Gesprächsrunde zwischen Abgesandten des Dalai Lama und Vertretern der chinesischen Regierung
4. Eine Delegation des Europäischen Parlaments drückt ihre Unterstützung für Tibet aus
5. Festnahmen nach der Verbrennung von Tierfellen
Am 47. Jahrestag des Tibetischen Volksaufstands zeigten 718 Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland Flagge für Tibet. Die Flagge Tibets wehte an Rathäusern, Ämtern und Schulen, darunter die Landeshauptstädte Düsseldorf, Hannover, Magdeburg, Mainz, Potsdam, Saarbrücken, Stuttgart, Würzburg und Wiesbaden. Von List auf Sylt bis Lindau am Bodensee und von Aachen bis Frankfurt (Oder) bekunden sie damit ihre Solidarität mit einer der letzten Kolonien dieser Erde. Aufgerufen zu dieser symbolträchtigen Aktion hat zum 11. Mal die Tibet Initiative Deutschland e.V. Mit dem Hissen der tibetischen Flagge zeigen die Städte und Landkreise, die für Tausende von Bürgern stehen, ihre Sympathie für die gewaltlose, versöhnliche Politik des Dalai Lama und bekräftigen das legitime Recht des tibetischen Volkes auf Selbstbestimmung und Bewahrung seiner kulturellen, religiösen und nationalen Identität. Ihre Tat wäre in Tibet ein Verbrechen. Die immense Unterstützung, die Tibet durch Hunderte von demokratisch gewählten deutschen BürgermeisterInnen und Landräten erfährt, ist eine deutliche Aufforderung an die Bundesregierung, die Tibetfrage endlich offensiv anzugehen und die Rechte des tibetischen Volkes nachdrücklich zu unterstützen.
Aus: Presseerklärung der TIBET INITIATIVE DEUTSCHLAND zum 10. März 2006; siehe auch www.tibet-initiative.de
2. Der tibetische Mönch, Palden Gyatso, der 29 Jahre in chinesischen Gefängnissen in Tibet inhaftiert war, und Sonam Wangdue vom Tibetan Youth Congress beginnen am 14. Februar 2006 ihren Hungerstreik in Turin während der XX Olympischen Winterspiele. Am 15. Februar schließt sich Tamdin Choephel, Vizepräsident der Tibetischen Gemeinschaft in Italien den beiden Hungerstreikenden an. Mit ihrem Hungerstreik fordern sie das Internationale Olympische Komitee (IOC) heraus, ihr Versprechen bei der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2008 nach Peking einzulösen, auf die Menschenrechte in China zu achten. Jacques Rogge weigerte sich, die Tibeter zu treffen. Seine Haltung zum Thema Menschenrechte äußerte er in diesem Zusammenhang in einem Brief an eine tibetische Unterstützergruppe in den USA. Dazu folgender Pressebericht:
sid. Peking-Kritik. Tibeter im Hungerstreik Am Schlusswochenende in Turin hat die Menschenrechtssituation in China vor Olympia 2008 in Peking einen Schatten auf die 20. Winterspiele geworfen. Italiens Vize-Sportminister Mario Pescante kritisierte IOC-Präsident Jacques Rogge indirekt für die unpolitische Haltung in der Tibet-Problematik, nachdem der Belgier in einem Brief an eine tibetanische Oppositionsgruppe in den USA Fragen der Menschenrechte als nicht zum Zuständigkeitsbereich des IOC gehörend bezeichnen ließ. ?Der Brief wäre besser nie geschrieben worden?, monierte Pescante die Position des weltweit höchsten Sportführers. Auslöser der Debatten war ein weiterhin andauernder Hungerstreik von drei Tibetern im Hof einer Turiner Kirche. Mit ihrer schon seit rund zwei Wochen laufenden Aktion wollen der 72 Jahre alte Mönch Palden Gyatso und zwei Landsleute das Internationale Olympische Komitee (IOC) zur Übernahme einer Wächter-Funktion bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte durch Peking drängen. Immerhin, so argumentiert das Trio aus dem von China beanspruchten Gebiet, hätte das IOC den Zuschlag für 2008 an Peking ausdrücklich auch mit der Hoffnung auf eine Verbesserung der Menschenrechts-Situation im Reich der Mitte verknüpft. Ihren Wunsch nach einem persönlichen Gespräch lehnte Rogge allerdings ab.?
Schwäbisches Tagblatt, Südwest Presse, Montag, 27. Februar 2006
Der Tibetan Youth Congress rief das Ende des Hungerstreiks aus, nachdem das IOC am 25. Februar eine Pressekonferenz am Ort des Hungerstreiks abhielt als ein Zeichen seiner Akkzeptanz der Forderungen der drei Hungerstreikenden. Repräsentiert wurde das IOC durch Mario Pescante und Maza Pierpaolo, Vizepräsident des Organisationskomitees der XX Olympischen Winterspiele in
Turin. Auf der offiziellen Pressekonferenz versicherte Mario Pescante den Hungerstreikern dass das IOC ?dem Anliegen der Hungerstreikenden folgen wird? und bat diese, ihren Hungerstreik abzubrechen. Mario Pescante teilte weiterhin mit, dass Jacques Rogge, Präsident des IOC, ihn angewiesen habe, die Hungerstreikenden zu besuchen und ihnen die Nachricht zu überbringen, dass das Internationale Olympische Komitee ?die Botschaft, die die Hungerstreikenden überbringen, gehört hat? und dass ?sie damit Erfolg hatten, ihre Bitte vor das Internationale Olympische Komitee zu bringen?. Als ein Ergebnis, sagte er, werde den Anliegen der Hungerstreikenden große Aufmerksamkeit vom IOC entgegengebracht. Er versicherte, die Angelegenheit von Tibets Menschenrechten während dem offiziellen IOC Treffen am Sonntag, dem Schlusstag der Turiner Winterspiele, zur Sprache zu bringen. www.tibetanyouthcongress.org und www.2008-FreeTibet.org
3. Die fünfte Gesprächsrunde im Dialog des Dalai Lama mit China fand am 15. Februar bis 23. Februar 2006 statt. Der Spezielle Abgesandte Lodi Gyari und der Abgesandte Kelsang Gyaltsen wurden begleitet von zwei Mitgliedern der Task Force, Sonam N. Dagpo und Bhuchung K. Tsering. Am 22. Februar trafen sie sich einen Tag lang in Gullin City mit dem Exekutiv Vizeminister des Vereinigten Front Work Department der Chinesischen Kommunistischen Partei, Zhu Weiqun. Lodi Gyari stellte in einem Statement nach Abschluss der Reise fest, dass sie als Ergebnis ein besseres und tieferes Verständnis der Position jeder Seite erzielten und auch der fundamentalen Differenzen, die weiter fortbestehen in der Position der beiden Parteien. Die chinesische Seite machte ihr Interesse an der Fortführung des gegenwärtigen Prozesses deutlich und ihren festen Glauben, dass die Hindernisse überwunden werden können durch mehr Diskussionen und Engagement. Auf eigenen Wunsch, andere Autonome Regionen zu besuchen, wurde den vier Tibetern ermöglicht, in die Guangxi Zhuang Autonome Region zu reisen. Der Besuch wurde als nützlich empfunden.
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4. Vom 27. Februar bis 3. März besuchten 31 Mitglieder des Europäischen Parlaments Tibet Intergroup (EPTI) Dharamsala. Sie drückten ihre Unterstützung für die Autonomie Tibets aus. Und sie sind entschlossen, ihre Stimme gegen die Menschenrechts-Situation in Tibet und für die Stärkung der Frauen zu erheben und ihre Sorge um die einzigartige Umwelt von Tibet auszudrücken. Thomas Mann, Präsident des EPTI versicherte wieder das Engagement des EPTI, die gerechte Sache von Tibet und den friedvollen Kampf des Tibetischen Volkes zu unterstützen. In Anerkennung der fünften Gesprächsrunde äußerten sie, dass der Dialog-Prozess die Basis für die Zukunft Tibets ist. Sie glauben, dass die realen Verhandlungen auf höchster politischer Ebene wie dem Kalon Tripa der Zentralen Tibetischen Administration und dem Ministerpräsidenten der Volksrepublik China der einzig pragmatische Weg ist, die Angelegenheit Tibet zu lösen.
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5. Nach der Verbrennung von Fellen wilder Tiere sind acht Tibeter in der Präfektur Ngaba in der Provinz Sichuan verhaftet worden. Die Felle wurden verbrannt, um auf den Schutz der frei lebenden Wildtiere aufmerksam zu machen. In einigen Teilen Tibets kam es in den letzten Wochen zu ähnlichen Vorfällen, so auch in Lhasa am 6. und 15. Februar. In Rebgong in Qinghai (Amdo) sollen auf beiden Seiten der Straße die Abfalleimer mit den Resten verbrannter Tierfelle gefüllt gewesen sein. Grund ist die allgemeine Sorge der Tibeter über den illegalen Handel mit Produkten von Wildtieren zwischen Indien und Tibet und das mangelnde Eingreifen der chinesischen Behörden gegen den Verkauf von Fellen seltener Wildtiere in tibetischen Gebieten. Während der Kalachakra-Zeremonie letzten Monat in Indien äußerte der Dalai Lama sich ungewöhnlich deutlich über die Bedeutung des Schutzes von Wildtieren und des Mitgefühls den Tieren gegenüber. Peking reagierte nervös auf den anhaltenden Einfluss des Dalai Lama in Tibet und erklärte: ?Der Dalai Lama verfolgt mit seinem Aufruf andere Zwecke als den Schutz der Wildtiere in Tibet, denn derartige Aktionen dienen nicht dem Naturschutz, sondern bezwecken die Störung der sozialen Ordnung? (Channel Four News, UK, 18. Februar 2006). Kate Saunders, ICT, 24. Februar 2006, zitiert nach: Irina Raba, Adelheid Dönges
(Übersetzung), Angelika Mensching (Revision) IGFM
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