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Chinesische Grenzpatrouille schießt auf Flüchtlinge 17 Verhaftete
Bestätigten, dem TCHRD zugegangenen Informationen zufolge, schossen chinesische Grenzstreifen auf eine Gruppe von 34 Tibetern aus der Provinz Qinghai, die ins Exil fliehen wollten. 17 Personen wurden dabei festgenommen, die übrigen konnten entkommen. Gedun Rabgyal, ein Mönch aus dem Distrikt Machen, TAP Golok, Provinz Qinghai, der nach Nepal entkommen konnte, berichtete dem TCHRD: Unsere Gruppe bestand aus 34 Personen, sie kamen vorwiegend aus der TAP Golok. Wir brachen in Lhasa mit 32 Leuten und zwei Führern auf. Als wir am 11. September 2003 in die Nähe des Mount Everest kamen, beschossen uns chinesische Sicherheitsbeamte mit scharfer Munition. Die Gruppe geriet in Panik und rannte in Deckung. Einige von uns konnten entkommen, aber 17 Leute wurden festgenommen. Einige sind möglicherweise von den wild umherfliegenden Kugeln getroffen worden. Aus sicherer Entfernung konnte ich sehen, wie die Grenzpolizisten die Gefangenen schlugen und abführten. Ich mache mir ihretwegen große Sorgen. Sie können nun für lange Zeit im Gefängnis verschwinden, ohne daß irgend jemand von ihrem Elend erfährt. Ich rufe daher zu ihrer Freilassung auf. Die Namen einiger der Verhafteten sind:
1. Taklo, 17, TAP Golok, Nomade
2. Choezin, 19, TAP Golok, Mönch aus dem Kloster Ragya
3. Tsephu, 24, TAP Golok, Nomade
4. Lhagyal, 32, Amdo, Mönch aus dem Kloster Tsang
5. Kunsang, 20, Distrikt Haiyan, Mönch aus dem Kloster Tsang
6. Redre, 19, Distrikt Haiyan, Mönch aus dem Kloster Tsang
7. Nyandak, 17, Distrikt Thunde, Mönch aus dem Kloster Tsang
8. Choesang, 30, Distrikt Thunde, Mönch aus dem Kloster Tsang
9. Lhathar, 30, Distrikt Rebkong, TAP Malho, Wegführer
Fünf Tibeter im Distrikt Tawu verhaftet
Zuverlässigen Berichten aus Tibet zufolge wurden am 5. Oktober 2003 fünf im Distrikt Tawu ansässige Tibeter wegen des Verdachts auf politische Aktivitäten verhaftet. Angehörige des Public Security Bureau (PSB) von Sichuan verhafteten Yakpo Dhondup, Gyurmey Ngawang, Gyari Thupten Choedrak, Drakpa, Reser Tulku und Wangdue in einem Restaurant im Distrikt Tawu. Die Festgenommenen wurden in eine nicht genannte Haftanstalt außerhalb von Tawu gebracht.
Laut weiteren Berichten erwiesen Hunderte von Tibetern dem Leichnam des an den Folgen der im Gefängnis erlittenen Folterungen verstorbenen Nyima Drakpa die letzte Ehre, als dieser aus dem Hospital zum Krematorium gebracht wurde. Die Tibeter bedeckten den Toten mit Khatas (weißen Schals) und beteten für ihn. Die örtlichen Behörden hatte die Bevölkerung vorher vor jedweden Aktivitäten bezüglich Nyima Drakpas Tod gewarnt, dennoch setzten sich die Leute über die Anordnung hinweg und kamen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Auch die fünf Verhafteten waren unter den Anwesenden. Gyari Thupten Choedrak, 52, ist ein wohlhabender Geschäftsmann. Im Jahr 1995 errichtete er in der Gemeinde Kangse die United Tibetan School. Diese beherbergte über 100 Schüler, die alle aus Nomaden- und Bauernfamilien kamen. Auf eine Anordnung der lokalen chinesischen Behörden im Jahr 2002 hin sollte die Schule mit der dortigen staatlichen Schule zusammengelegt werden. Ein weiterer Geschäftsmann, Yakpo Dhondup, 50, ist der Gründer der Hope Private School. Gyurmey Ngawang, Drakpa und Wangdue sind Kraftfahrer von Beruf.
Liebe dein Land, liebe deine Religion eine Kampagne im Kloster Ragya
Tenzin Sangpo, 24, war Mönch im Kloster Ragya. Er berichtete dem TCHRD: Mit 16 Jahren trat ich ins Kloster Ragya ein. Es gab dort ungefähr 500 Mönche. Seit 2000 kamen immer wieder chinesische Arbeitsteams in unser Kloster, um dort die Kampagne &Mac226;Liebe dein Land, liebe deine Religion’ durchzuführen. Jedes Jahr kommen an die 30 chinesische Kader und bleiben einen Monat lang. Während dieser Zeit werden die Mönche zum Studium von Hetzschriften gegen den Dalai Lama gezwungen und müssen gegen ihn gerichtete Texte verfassen. Sie müssen sogar Fragen zu diesen sogenannten Studien beantworten. Dieses Jahr kamen sie im September, um ihre Kampagne durchzuführen.
Am 4. August 2003 gab Yumzin Rinpoche Khedup Gyatso im Dorf Dolma Kar in der TAP Golog eine Kalachkra-Belehrung (die Lehre vom Rad der Zeit destibetischen Buddhismus). Die Bevölkerung der Gegend begrüßte den Rinpoche begeistert. Sie empfing ihn mit einem Korso von Jeeps und Motorrädern. An diesen Fahrzeugen waren buddhistische Fahnen angebracht. Doch die bewaffnete Volkspolizei (PAP) hielt den Korso auf und befahl die Entfernung undHerausgabe der Fahnen. Die Leute argumentierten, daß es sich dabei um religiöse Wimpel ohne jegliche politische Bedeutung handle. Die Polizeibeamten gingen jedoch nicht darauf ein und nahmen ihnen die Gebetsfahnen weg. Völlig grundlos wurde der Korso für geraume Zeit aufgehalten.
Tenzin Sangpo nannte als Grund für seine Flucht, er wolle in Indien als Mönch leben,weil die religiösen Studien in Tibet durch gar zu viele Restriktionen erschwert werden.
Übersetzung von Irina Raba, Augsburg, und Adelheid Dönges, München
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