|
Von: Tibet Initiative Aktion <aktion@tibet-initiative.de>
Datum: 9. November 2005 15:59:10 MEZ
An: Tibet Initiative Aktion <aktion@tibet-initiative.de>
Betreff: Tibet Initiative Deutschland heißt Hu Jintao nicht willkommen
Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) heißt Hu Jintao nicht willkommen
schuldig am Massaker von Lhasa
Berlin, 09.11.05: Mit Hu Jintao kommt ein Politiker nach Deutschland, der weit mehr ist als ein austauschbarer Funktionär eines totalitären Systems. Sein Aufstieg zum mächtigsten Mann Chinas begann 1989 mit einem Massenmord an hunderten Demonstranten in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Ein Jahr zuvor hatte er das Amt des KP-Generalsekretärs in Tibet angetreten. Seine wichtigste Aufgabe war es, die um sich greifenden Demonstrationen gegen die chinesische Besatzung unter Kontrolle zu bringen. Als es im März 1989 in Lhasa erneut zu Massenprotesten kam, verhängte er das Kriegsrecht. Alle Ausländer hatten Tibet umgehend zu verlassen. Ohne lästige Augenzeugen ließ er gezielt in die Menge schießen. Augenzeugen berichteten später von etwa 350 Toten; das Massaker vom Platz des Himmlischen Friedens war in Tibet vorweg genommen worden.
Obwohl sich Hu nie lange in Lhasa aufhielt, weil er die Höhenluft nicht vertrug, hinterließ seine Herrschaft nachhaltige Spuren. Das Kriegsrecht galt für 14 Monate und seitdem kommt es zumindest in den größeren Städten zu keinen politischen Kundgebungen mehr.
1992 kehrte Hu nach Peking zurück. Dort wurde er vom starken Mann Deng Xiaoping protegiert, der damit das harte Vorgehen gegen den „Separatismus“ in Tibet honorierte. Noch im gleichen Jahr legte sich Deng auf Hu als zukünftigen Staats- und Parteichef fest. Die Tibeter können von ihm keine Liberalisierung erwarten, weiß er doch wie kein anderer um deren Ressentiments gegen die Herrschaft aus Peking. Auch das Angebot des Dalai Lama, bei echter Autonomie die Forderung nach Eigenständigkeit aufzugeben, hat er bisher stets mit dem Argument zurückgewiesen, die Tibeter verfügten bereits über volle Autonomie.
„Führende deutsche Politiker haben einen engen Kontakt mit dem früheren Regierungschef Li Peng vermieden, weil er für das Massaker vom Platz des Himmlischen Friedens in Peking verantwortlich war. Da ist es heuchlerisch, Hu Jintao mit den höchsten Ehren zu empfangen, der für ein ähnliches
Massaker in Lhasa verantwortlich ist“, kritisiert Wolfgang Grader, der Vorsitzende der TID.
Jemand, der so viel "Blut an seinen Händen hat", wird von der TID in Deutschland nicht willkommen geheißen.
Weitere Informationen:
Kerstin Grothmann
TID Aktions- und Kampagnenreferat
Tel.: 030- 42 08 15 24 Mobil: 0174 72 303 28
aktion@tibet-initiative.de
www.tibet-initiative.de
Wir rufen die Öffentlichkeit zu Mahnwachen am Donnerstag, 10. November, in der Zeit von 11 bis 12 Uhr vor dem Brandenburger Tor (Platz des 18. März) und in Düsseldorf am 12.11.05 am Graf-Adolf-Platz um 17.30 Uhr auf. Hierzu möchten wir Sie gerne einladen.
Schnell raus aus der Partei: Demonstranten fordern Ende der Kommunistischen Partei Chinas
Schnell raus aus der Partei: Demonstranten fordern Ende der Kommunistischen Partei Chinas http://www.taz.de/pt/2005/11/11/a0251.nf/text
11 Mahnwachen, 21 Kundgebungen und ein Aufzug waren zum dreitägigen Besuch von Chinas Staatsoberhaupt in Berlin bei der Polizei angemeldet. Nur wenige der Veranstaltungen wollten Hu Jintao freundlich begrüßen, wie etwa eine Gruppe chinesischer Studenten, die gegen Mittag am Brandenburger Tor rote Staatsfahnen schwenkte. Die Mahnwache vom Verein "Campaign for Tibet" (Foto) hingegen schloss sich nach ihrer Aktion für ein autonomes Tibet einer Demonstration gegen den Staatspräsidenten an. Der Protestzug vom Checkpoint Charlie endete vor der chinesischen Botschaft an der Jannowitzbrücke, mit einer Kundgebung. In Sprechchören forderten die laut Polizei 330 Teilnehmer das Ende der Kommunistischen Partei Chinas. Unter den Demonstranten waren auch Anhänger der in China verfolgten Falun-Gong-Bewegung, Taiwanesen und zahlreiche Deutsche. Organisiert hatte den Zug die unabhängige chinesische Zeitung Epoch Times, die die derzeitigen Parteiaustritte in China unterstützt. FM
taz Berlin lokal Nr. 7817 vom 11.11.2005, Seite 21, 34 Zeilen (TAZ-Bericht), FM
|