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Von: Tibet Initiative Aktion <aktion@tibet-initiative.de>
Datum: 4. November 2005 09:29:43 MEZ
An: tsg-d.a.ch@tibet.ca
Betreff: Weltweiter Aktionstag gegen die Firma Bombardier
Weltweiter Aktionstag gegen die Firma Bombardier
(Eisenbahnbau in Tibet)
Am 3. November fanden weltweit vor den Niederlassungen der kanadischen Firma Bombardier Protestaktionen statt. Sie richteten sich gegen die Ausrüstung der chinesischen Eisenbahn mit Waggons auf der Strecke von der chinesischen Provinz Qinghai nach Tibet. In Deutschland wurden die Aktionen von der Tibet Initiative Deutschland (TID) organisiert. Bundesweit haben Mitglieder der TID und Unterstützer vor den Niederlassungen der Firma Bombardier symbolische Mahnwachen abgehalten.
Zudem wurde das Unternehmen durch eine Flut von Mails und Faxen aufgefordert, sich aus dem Geschäft in China und Tibet zurückzuziehen. „Da ähnliche Aktionen in Kanada, Frankreich, Großbritannien, Indien und anderswo stattfinden, hoffen wir Einfluss auf Bombardier ausüben zu können“, verspricht sich Grader.
Die Aktivitäten stehen im Zusammenhang mit einer Meldung, die kürzlich durch die Medien ging: China hat den Bau der höchsten Eisenbahnstrecke der Welt, die in die tibetische Hauptstadt Lhasa führt, in diesen Tagen beendet. Im nächsten Jahr soll der Testbetrieb beginnen. Dafür müssen jedoch erst noch Waggons bereitgestellt werden, die in der Lage sind, den extremen klimatischen Bedingungen standzuhalten. Der höchsten Punkt der 1118 Km langen Strecke liegt bei 5.018 Meter; weite Abschnitte befinden sich im Permafrostgebiet.
Die Firma Bombardier mit Sitz in Montreal und Toronto hat mit der chinesischen Führung einen Vertrag über die Lieferung von Waggons abgeschlossen, die besonders für den Betrieb in solchen Höhen geeignet sind.
Aus Sicht der TID macht sich Bombardier mitschuldig an der Zerstörung der tibetischen Kultur. „Das Ziel des Eisenbahnbaus ist politischer Natur“, kritisiert der Vorsitzende der TID, Wolfgang Grader. „Damit werden Millionen weitere chinesische Siedler ins Land kommen und deren Versorgung kann sichergestellt werden. Sie ist also ein Meilenstein bei der Umwandlung Tibets in eine beliebige chinesische Provinz.“
Aktions- und Kampagnenreferat
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Höchste Bahnstrecke der Welt eröffnet
Der erste Zug aufs Dach der Welt ist abgefahren: Chinas Präsident Hu Jintao feierte heute die neue Bahnstrecke nach Lhasa bei der Eröffnung als "großes Wunder für die Welt". Exil-Tibeter haben zum Boykott der Strecke aufgerufen.
Sie ist nicht nur die höchste, sondern auch die umstrittenste Eisenbahnlinie der Welt: Erst kürzlich hatte China die Strecke nach Tibet eröffnet. Jetzt will Peking die Linie nach Nepal verlängern.
Peking - Die Eröffnung der neuen Bahnstrecke wurde in der nordwestchinesischen Stadt Golmud gefeiert. Die Verbindung sei eine "große Errungenschaft", die der abgelegenen Region Wohlstand bringen werde, sagte der Präsident. "Das Projekt ist nicht nur ein Meisterstück chinesischen Bahnbaus, sondern auch ein großes Wunder für die Welt", sagte Hu weiter.
In der vom Staatsfernsehen live übertragenen Zeremonie, an der rund 2600 Bahningenieure und -arbeiter sowie Funktionäre von Partei, Militär und Staat teilnahmen, wurde der erste Zug in die tibetische Haupstadt Lhasa verabschiedet. In der "Qing 1" genannten ersten Bahn wurden neben zahlreichen Offiziellen und chinesischen Journalisten auch Arbeiter mit besonderen Verdiensten auf die Jungfernfahrt geschickt. In die Gegenrichtung starteten von Lhasa aus 700 Passagiere in dem Zug "Zang 2".
In den kommenden zehn Jahren will China mehrere Milliarden Euro in den Ausbau investieren. Kritiker befürchten durch die Bahn eine weitere kulturelle Unterdrückung der Tibeter und einen verstärkten Zustrom von Han-Chinesen. Die kommunistische Volksrepublik hatte sich Tibet nach der Invasion im Jahr 1950 einverleibt.
1.Juli 2006
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