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04. Mai 2005

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Von: tid-newsletter@web.de
Datum: 4. Mai 2005 12:37:49 MESZ Antwort an: tid-newsletter@web.de

Inhalt:

1. Todesurteil für Bangri Rinpoche abgewendet;

Bangri Rinpoche und Nyima Choedron in äußerst schlechtem Gesundheitszustand

2. 16. Geburtstag und 10. Jahrestag der Entführung des 11. Panchen Lama

3. Bundestagspräsident Thierses Reise nach China und Tibet

4. Samdhong Rinpoche hofft auf einen neuen Dialog mit China

1. Das Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) erfuhr mit Entsetzen erst Ende 2004 von dem Todesurteil mit zweijährigem
Hinrichtungsaufschub für Bangri Rinpoche und drückt seine Betroffenheit über die häufige Verhängung der Todesstrafe in China aus. Dass es in Tibet keinen freien Informationsfluss gibt, wird dadurch bestätigt, dass das TCHRD erst jetzt von diesem Urteil erfuhr.

Bereits im Mai 2001 wurde Bangri Rinpoche, der Leiter des Gyatso-Waisenhauses inLhasa wegen "Spionage" und "Gefährdung der Staatssicherheit"
zum Tode verurteilt. Seine Frau Nyima Choedron wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Das Todesurteil für Bangri Rinpoche wurde 2003 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Bangri Rinpoche und seiner Frau Nyima Choedron wurden vorgeworfen, Verbindung zu Tashi Tsering gehabt zu haben, der versucht hatte, im August 1999 während der "Nationalen Minderheitenspiele" in Lhasa auf dem Potala einen Sprengsatz zu zünden. Tashi Tsering verübte nach schweren Folterungen am 8. August 2000 Selbstmord.
Das Gyatso-Waisenhaus, das 59 Kinder betreute, wurde im September 1999 geschlossen.
Wie das TCHRD erfahren hat, hat sich der Gesundheitszustand von Bangri Rinpoche gravierend verschlechtert. Er soll seinen Oberkörper nicht mehr bewegen können, sei stark abgemagert und an Magengeschwüren und Gelbsucht erkrankt.
In: Tibet aktuell, April 2005

Auch
Nyima Choedrons Gesundheitszustand gibt Anlass zur Besorgnis. Ngawang Sangdrol, die auf internationalen Druck 2002 aus chinesischer Haft freigelassen wurde, erinnert sich daran, Nyima Choedron im Drapchi-Gefängnis (TAR) begegnet zu sein. Sie bestätigt den schlechten Gesundheitszustand und das schlechte Sehvermögen von Nyima Choedron, die trotz ihrer Augenprobleme zu stundenlangem Stricken gezwungen worden sei, um so das Arbeitspensum zu erfüllen. Im ersten Jahr nach ihrer Verhaftung sei sie in Einzelhaft gehalten worden.
Nach: Irina Raba, Adelheid Dönges


2.
Zum 10. Jahrestag der Entführung des Panchen Lama am 17. Mai 2005 planen Tibet-Unterstützergruppen Aktionen. Am 17. Mai 1995 wurde der vom 14. Dalai Lama anerkannte 11. Panchen Lama von der chinesischen Regierung entführt und ein eigener Panchen Lama ernannt, der in Tibet auch als "Panchen Zuma", als fake Panchen bezeichnet wird. Bereits zum 16. Geburtstag von Gedün Choekyi Nyima am 25. April wurden Aktionen durchgeführt:

Über die Tibet-Initiative Deutschland e.V. sind Suchanzeigen für Gedün Choekyi Nyima an den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes weitergeleitet worden. Siehe:
www.tibet-initiative.de oder hier auf diesen Seiten!

Vom 20. - 25. April haben 13 Fahrradfahrer in den Vereinigten Staaten ihr Fahrrad für den Panchen Lama in Bewegung gesetzt, um der Welt seine Geschichte zu erzählen. Sie haben dabei in 5 Städten Halt gemacht: in Westminster, Bethesda, Coatesville, Bedminster, Berkeley Heights und in New York. Ihr Ziel in New York war das UN-Hauptquartier am 25. April, genau an seinem 16. Geburtstag. Informationen bei: Gendin Gyatso 310-382-6069 und Rinbo Tenzin 612 205-0026

Die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) verschickt zum 10. Jahrestag der Entführung Protestkarten an das Außenministerium und die chinesische Botschaft in der Schweiz.
In: Tibet aktuell, April 2005


3.
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) ist am 22.4.2005 nach China gereist.
Im Verlauf der neuntägigen Reise sei auch ein Besuch in Tibet geplant.

Thierse trifft mit Staatspräsident Hu Jintao, Außenminister Zhaoxing und dem Präsident des Nationalen Volkskongresses, Wu Banggao, zusammen. Außerdem will er mit Vertretern von Wirtschaft und Entwicklungshilfeorganisationen über die Fortschritte in China diskutieren. Er will auch Fragen der Menschenrechte offensiv ansprechen.

Der Besuch in Tibet fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne deutsche Medienvertreter statt. Erfüllte Thierse damit den chinesischen Wunsch auf Diskretion genauso wie bereits der deutsche Bundeskanzler?
In: Spiegel online, 25.4.2005


4.
Samdhong Rinpoche, der Ministerpräsident der tibetischen Exilregierung, hofft auf einen neuen Dialog über die vierte Gesprächsrunde mit Vertretern der chinesischen Regierung. Dies äußerte er am 9. März in einem Interview mit der indischen Zeitung "The Telegraph". "Das nächste Treffen wird von entscheidender Bedeutung sein und könnte den Rahmen abstecken zur Lösung der offenen Fragen in einem festgelegten Zeitraum" sagte er. Es soll zum erstenmal eine festgesetzte Gesprächsagenda geben.

Wie verlautet, sollen sich Vertreter der Exilregierung an Nicholas Haysom und Yash Ghai von der Universität Hongkong gewandt haben. Nicholas Haysom war Rechtsberater von Nelson Mandela und außerdem an dem Abschluss des Arusha-Friedensabkommens für Burundi und beim Friedensabkommen für den Sudan beteiligt. Yash Ghai war an den Verhandlungen zum Autonomie-Statut von Hongkong beteiligt.
In: Tibet aktuell April 2005

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