TIBET INITIATIVE DEUTSCHLAND e.V.

Pressemitteilung zum 16. Geburtstag des Panchen Lama

24.04.05 + 17.05.05

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Pressemitteilung zum 16. Geburtstag von Gedhun Choekyi Nyima

Wir senden nachstehend die Übersetzung einer Pressemitteilung des TCHRD zum 16. Geburtstag des Panchen Lama, der seit 10 Jahren von den Chinesen in Gewahrsam gehalten wird.

Wir haben Appellpostkarten zu diesem Fall, die an 12 verschiedene Adressen gerichtet sind, Ansicht in pdf:
www.igfm-muenchen.de/tibet/Aktion/Appellpostkarten.html. Die Postkarten können um einen Unkostenbeitrag von 0,50 ? + Porto bei uns bestellt werden.

Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Top Floor, Narthang Building, Gangchen Kyishong, Dharamsala 176215, H.P., India
Phone/Fax: +91 1892 223363/225874, e-mail: dsala@tchrd.org, www.tchrd.org
24. April 2005

Gedhun Choekyi Nyima, der 11. Panchen Lama Tibets: immer noch vermißt!

Das Jahr 2005 wurde zum internationalen Jahr des 11. Panchen Lama Tibets, Gedhun Choekyi Nyimas, erklärt. Am 25. April wird er 16 Jahre alt. Dies ist nun das 10. Jahr, daß er an unbekanntem Ort in chinesischem Gewahrsam ist, seitdem er und seine Eltern am 17. Mai 1995 von der Bildfläche verschwanden.

Am 14. Mai 1995 erkannte der Dalai Lama den damals sechsjährigen Gedhun Choekyi Nyima als die Reinkarnation des 10. Panchen Lama an. Die Regierung der VR China erklärte diese Bekanntgabe für unrechtmäßig und ungültig. Drei Tage später wurden Gedhun Choekyi Nyima und seine Eltern verschleppt und sind seither nie mehr gesehen worden. Die VR China unterzeichnete am 29. August 1990 die UN Konvention über die Rechte des Kindes und ratifizierte sie am 2. März 1992. Daß sie den Panchen Lama immer noch festhält, ist eine eindeutige Verletzung der Konvention über die Rechte des Kindes, zudem ein Verstoß gegen die eigenen und internationalen Gesetze.

Im Oktober 2000 wurde einer britischen Delegation von den Chinesen mitgeteilt, der Junge sei wohlauf und besuche eine Schule. Seine Eltern wünschten nicht, daß Besucher aus dem Ausland und die Medien Unruhe in sein Leben brächten. Zwei Photos, die einen Knaben von annähernd demselben Alter zeigten - angeblich der Panchen Lama - wurden den britischen Delegierten gezeigt. Es war ihnen jedoch nicht möglich, den darauf abgebildeten Jungen oder den Ort, an dem er sich befindet, zu identifizieren, und die Bilder wurden ihnen auch nicht ausgehändigt.

Im August 2001 bekam eine polnische Parlamentarier-Delegation, die Lhasa besuchte, auf wiederholtes Nachfragen hin zu hören, Gedhun Choekyi Nyima sei bei guter Gesundheit. Bilder des Jungen wurden ihr innerhalb von sechs Wochen versprochen, doch trafen diese nie ein. Später erhielt die polnische Regierung einen Brief von der chinesischen Botschaft in Warschau, in dem es erneut hieß, Gedhun Choekyi Nyima und seine Eltern wünschten nicht, daß ihr friedliches Leben von fremden Leuten gestört würde, außerdem respektiere die chinesische Regierung die Freiheit ihrer Bürger, ihre eigene Wahl zu treffen, und hoffe, das polnische Volk verstehe dies.

Im März 2002 traf eine Regierungsdelegation der Autonomen Region Tibet (TAR) mit einer Delegation des Europäischen Parlaments zusammen, wobei die TAR-Vertreter wieder betonten, Gedhun Choekyi Nyima wünsche nicht gestört zu werden. Die TAR-Delegation wollte jedoch keine Fragen hinsichtlich den der polnischen Delegation versprochenen Bilder beantworten. Angesichts der Weigerung der Chinesen, Fotos, auf denen Gedhun Choekyi Nyima eindeutig zu erkennen ist, zur Verfügung zu stellen oder unabhängigen Personen Zugang zu dem Jungen und seiner Familie zu gewähren, kann das tibetische Volk nur das Schlimmste befürchten.

Die Tatsache, daß der zweithöchste Würdenträger des tibetischen Buddhismus, der Panchen Lama, immer noch versteckt gehalten wird, steht in direktem Widerspruch zu Chinas Behauptung, in Tibet würde die Religionsfreiheit respektiert. Es ist sehr betrüblich, daß solch einer prominenten Gestalt des religiösen Lebens, falls sie überhaupt noch am Leben ist, die Möglichkeit für ein traditionelles Studium und die ihr gebührende Ausbildung vorenthalten wird.


Quelle: Bilder von http://www.tibetanyouth.org/panchenlama/index.htm

In den letzten 10 Jahren, seitdem der Junge zusammen mit seinen Eltern entführt wurde und verschwand, erhielten internationale Gremien und Menschenrechtsorganisationen keinerlei Information über ihren Aufenthaltsort und ihr Befinden. Chadrel Rinpoche, der ehemalige Abt des Stammklosters des Panchen Lama, Tashi Lhunpo, und sein Assistent Champa Chungla verschwanden am 14. Mai 1995 vom Flugplatz von Chengdu in der Provinz Sichuan. Am 21. April 1997 verurteilte das Mittlere Volksgericht von Shigatse Chadrel Rinpoche unter der Anklage der ?Verschwörung zur Spaltung des Mutterlandes? und der ?Weitergabe von
Staatsgeheimnissen? zu sechs Jahren Gefängnis. Er wurde beschuldigt, bei der Suche nach dem 11. Panchen mit dem Dalai Lama zusammengearbeitet zu haben. Obwohl seine 6-jährige Gefängnisstrafe am 13. Mai 2001 zu Ende ging, steht er vermutlich immer noch unter Hausarrest. Über seinen genauen Aufenthaltsort oder seinen Gesundheitszustand ist nichts bekannt. Jampa Chungla, der 56-jährige ehemalige Assistent von Chadrel Rinpoche, wurde 1995 verhaftet, weil er dem Suchkomitee nach dem 11. Panchen Lama angehörte. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis und zwei Jahren Entzug der politischen Rechte verurteilt. Sogar nach Verbüßung seiner ursprünglichen Strafe von vier Jahren wird er immer noch in Gewahrsam gehalten.

Das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) ist tief besorgt darüber, daß die chinesische Regierung fortfährt, einen 15-jährigen Jungen gefangenzuhalten. Da es unabhängigen Stellen bisher nicht gelang, den 11. Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima zu Gesicht zu bekommen, wendet sich das TCHRD an die Vereinten Nationen und ihre diversen einschlägigen Gremien, sie möchten auf die chinesische Regierung Druck ausüben, damit diese dem Komitee für die Rechte des Kindes erlaubt, Gedhun Choekyi Nyima zu besuchen, um sich seines Wohlbefindens und seiner Lebensumstände zu vergewissern. Das TCHRD fordert die bedingungslose Freilassung des Panchen Lama und seiner Familie.

Übersetzung: Adelheid Dönges, München, Angelika Mensching, Hamburg


FREIHEIT FÜR PANCHEN LAMA
Ich unterstütze die Kampagne für die Freilassung von "Gedhun Choekyi Nyima", den 11. Panchen Lama Tibets und möchte bei Aktionen mithelfen!

Aktionstag 17. Mai 2005

Weltweit informierten Tibet Support Groups die Öffentlichkeit mit verschiedenen Aktionen auf das Schicksal des wahren 11. Panchen Lamas.

Hintergrund
Gedhun Choekyi Nyima (Foto) wurde von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama als einer der wichtigsten religiösen Führer Tibets anerkannt. Er ist bekannt unter dem Titel des Panchen Lama und ist eines der jüngsten Opfer der chinesischen Gewaltherrschaft über das tibetische Volk. Fest entschlossen, das religiöse Leben Tibets zu kontrollieren, entführten die chinesischen Behörden den kleinen Jungen und seine Familie im Jahre 1995  wenige Tage nachdem er als Panchen Lama anerkannt worden war. Er wächst unter Hausarrest auf. Jegliche Bemühungen, Zugang zu ihm zu erhalten, waren vergebens, nicht einmal internationale Organe oder Menschenrechtsorganisationen durften seither Kontakt mit dem jungen Panchen Lama oder seiner Familie aufnehmen. Bis heute sind ihr Wohlergehen, ihre Lebensbedingungen und ihr Aufenthaltsort unbekannt.
25. April 1989
Gedhun Choekyi Nyima wurde in der Lhari Region in Nagchu, Tibet geboren. Vater - Konchok Phuntsog, Mutter - Dechen Chodon.
14. Mai 1995
Seine Heiligkeit der Dalai Lama erkennt Gedhun Choekyi Nyima als den 11. Panchen Lama an.
17. Mai 1995
Gedhun Choekyi Nyima und seine Eltern verschwinden aus ihrem Haus, angeblich von den chinesischen Behörden entführt.
Mai 1996
Chinesische Abgesandte an den Ausschuss für Kinderrechte der Vereinten Nationen geben zu, dass Gedhun Choekyi Nyima und seine Familie "in Schutzhaft" sind.
Oktober 2000
Bei einer Runde der Menschenrechtsdialoge wurden EU und britischen Abgesandten zwei Bilder eines Jungen gezeigt. Den chinesischen Beamten zufolge beweisen diese zwei Bilder, dass Gendun Choekyi Nyima am Leben und gesund war. Die chinesischen Abgesandten lehnten es ab, Kopien für spätere Nachprüfung zu hinterlassen.
Oktober 2001
Einer australischen Delegation wurde mitgeteilt, dass die Eltern von Gendun Choekyi Nyima darauf beharrten, es keinen fremden Delegationen zu erlauben, den Jungen zu treffen. Den chinesischen Behörden zufolge wünschen die Eltern, dass ihr Privatleben respektiert wird, dass niemand Zugang zum Kind hat, dass er ein normales Leben lebt und in Ruhe gelassen wird.
Heute
???

Medienmitteilung 10.12.2004 / Verein Tibeter Jugend in Europa
Zürich sucht den Panchen Lama

Zürich - Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte suchen 15 Tibet-Aktivisten in Zürich symbolisch nach Gedhun Choekyi Nyima, den 11. Panchen Lama, eines der höchsten tibetischen Würdenträger. Seit seinem 6. Lebensjahr befindet er sich mit seinen Eltern in chinesischer Gefangenschaft. Ein Lebenszeichen blieb bis zum heutigen Tage aus.
Mittels Strassentheater an verschiedenen Plätzen in Zürich suchen die tibetischen Jugendlichen in der Schweiz nach dem Verbleib des Panchen Lamas. Zu sehen ist, wie chinesische Polizisten einen jungen tibetischen Mönch in Fesseln abführen. Kurz darauf erscheinen tibetische Jugendliche, die mit Steckbriefen nach dem kleinen Jungen suchen.
Im Mai 1995 wurde er im Alter von fünf Jahren durch den Dalai Lama als Wiedergeburt des 10. Panchen Lama anerkannt. Kurz darauf wurden Gedhun Choeky Nyima und seine Eltern gewaltsam von der chinesischen Regierung verschleppt. Nach langem Schweigen gab China zu, er sei mit seiner Familie an einem unbekannten Ort „zu seiner eigenen Sicherheit“ interniert. Jeglicher Besuch von ausländischen Delegationen, die sich ein unabhängiges Bild von seinem Wohlbefinden machen wollen, wird verweigert. Statt seiner wurde sofort ein China genehmer anderer Junge als Panchen Lama installiert, der jedoch nicht auf den Respekt der Tibeter zählen kann.
„Diese Verschleppung zeigt das verzweifelte Ringen Chinas um Einfluss in Tibet. Die perverse Tibet-Politik Chinas geht sogar so weit, dass ein 6-jähriges Kind verschleppt wird. Als Mitunterzeichner der internationalen Kinderrechtskonvention verstösst China damit klar gegen Artikel 11 dieser Konvention. Wir fordern von China, dass es internationalen Delegationen Zugang zum Panchen Lama gewährt. Wir wollen endlich ein konkretes Lebenszeichen erhalten“, sagt Chompel Balok, Medienverantwortlicher des Vereins Tibeter Jugend in Europa.
Diese Aktion ist gleichzeitig auch der Start zur Panchen Lama-Kampagne des VTJE, deren Ziel es ist, ein konkretes Lebenszeichen von der chinesischen Regierung zu erhalten.
Auf der Rathausbrücke befindet sich ab 15.00 Uhr ein Informationsstand und ein Käfig mit einem Fernseher. Es werden Kurzfilme über das Schicksal des Panchen Lama und von Tenzin Delek Rinpoche, ein angesehener Lama in Tibet, der zu Tode verurteilt wurde, vorgeführt werden. Ab 19 Uhr findet, ebenfalls auf der Rathausbrücke die Abschlusskundgebung mit Ansprachen und anschliessender Mahnwache statt.
 
Medienkontakt
Herr Chompel Balok, 078 638 79 90, c.b@vtje.org
Herr Tenzin D. Sewo, 079 506 85 12, t.s@vtje.org

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