|
.
Dalai Lama ruft zu Freundschaft mit China auf
Rom (AP) 27.11.2003:
Der Dalai Lama hat die internationale Gemeinschaft zu einem konstruktiven Dialog mit China aufgerufen, um letztlich auch Freiheiten für Tibet zu erzielen. Grundlegend sei die Freundschaft mit der Regierung in Peking, erklärte das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten am Mittwoch zu Beginn eines dreitägigen Italien-Besuchs. Dann könnten auch Menschenrechte, Religionsfreiheit und Demokratie zur Sprache gebracht werden. "Die Freunde des chinesischen Volkes sollten ihm dabei helfen, diese Dinge zu verwirklichen."
Der Dalai Lama besucht Rom auf Einladung eines Parlamentsausschusses. Dieser setzte im vergangenen Monat eine Resolution im Unterhaus durch, mit der die Regierung aufgefordert wurde, so weit möglich zur Lösung der Tibet-Frage beizutragen. Tibet wurde 1951 von China besetzt; der Dalai Lama, der mit rund 80.000 weiteren Tibetern ins Exil flüchtete, fordert Autonomie für die Himalaya-Region.
© 2003 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved
Dalai Lama: Papst Johannes Paul II. - Förderer des Friedens
Gespräch mit Journalisten über China, die Welt und Tibet
Quelle: ZENIT - Die Welt von Rom aus gesehen
Zenit ist eine kath. Nachrichtenagentur, C.R.)
Publikationsdatum: 2003-11-27
ROM, 27. November 2003 (ZENIT.org).- Der Dalai Lama, das Oberhaupt des tibetanischen Buddhismus, hat nach der Audienz bei Papst Johannes Paul II. am Donnerstag seiner Bewunderung für das Werk des Papstes im Dienste des Friedens Ausdruck verliehen.
Als er nach dem Treffen mit dem Papst den Vatikan verließ, erklärte der Dalai Lama, Tensin Gyatso, den Journalisten gegenüber: Ich habe Papst Johannes Paul II. meine Bewunderung für das ausgesprochen, was er für den Frieden und für die Harmonie der Religionen in der Welt getan hat.
In einem Interview mit Radio Vatikan hat der Vertreter des tibetanischen Buddhismus erneut die delikate Frage der Annexion Tibets durch China im Jahre 1959 angesprochen, nach der er ins indische Exil flüchten musste.
China ist die Nation mit der größten Bevölkerung der Welt. Es verfügt über eine lange Geschichte und ein großes kulturelles Erbe. Daher verdient es eine wichtige Rolle. Wir müssen China Vertrauen und Achtung entgegenbringen, dann wird sein Verhalten vernünftiger sein, sagte er.
Anderen Journalisten gegenüber hatte der Dalai Lama am Mittwoch erklärt: Die Länder sollten China nicht direkt mit der delikaten Tibet-Frage konfrontieren, sondern eher freundschaftliche Beziehungen pflegen und dann auf die Förderung der Menschenrechte und Religionsfreiheit durch ein Vertrauensverhältnis mit Peking hinarbeiten.
Wegen der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung Chinas auf derWeltbühne, sollte es nie wieder isoliert werden, wie es einst zur Zeit der Kulturrevolution war, sagte der geistliche Führer Tibets zu Journalisten bei Beginn seines dreitägigen Besuchs in Rom, schrieb die TIMES OF TIBET.
Mit China gut befreundet zu sein, ist grundlegend, sagte er. In dieser Beziehung, denke ich, dass bestimmte Prinzipien, wie Menschrechtsfragen, Religionsfreiheit, Rechtstaatlichkeit eine Rolle spielen. Freunde des chinesischen Volkes sollten den Chinesen helfen, diese Dinge zu realisieren
.
Auf die Frage, ob er besorgt sei, dass China Druck auf Staats- und Regierungschefs mache, sich nicht mit ihm zu treffen, sagte der Dalai Lama, dass er diese Sorgen nicht habe.
Ich will keine Verlegenheit oder irgendeine Ungelegenheit schaffen, sagte er. Mein Hauptinteresse, mein Hauptzweck oder ziel ist es, menschliche Werte und die Harmonie der Religionen zu fördern.
Der derzeitige EU-Ratspräsident Silvio Berlusconi hat im vergangenen Monat eine Delegation nach China angeführt. Die italienische Opposition kritisierte ihn dafür, Menschenrechtsfragen bei seinem Besuch nicht angesprochen zu haben und forderte ihn auf, den Dalai Lama zu empfangen, mit dem er im Jahr 1994, während seiner erste Zeit als Premierminister zusammengetroffen war. Ebenso wie mit Papst Johannes Paul II. ist jedoch kein Treffen mit Berlusconi offiziell angekündigt worden.
Vor der Reise hat China die EU im vergangenen Monat explizit aufgefordert,jeglichen Beistand und jegliche Aufmerksamkeit für den Dalai Lama zu vermeiden, den China als eine spaltende Kraft im Tibet ansieht.
Der Dalai Lama sagte, er denke, dass China heute mehr als je zuvor bereit sei, die Beschwerden seiner Freunde über Menschenrechtsfragen anzuhören, und das Peking früher oder später bereit sein würde, die Tibetfrage anzugehen.
China hat bislang negativ auf die Erörterung des Themas Menschenrechte reagiert. Doch der Dalai Lama zeigte sich überzeugt, dass die Chinesen jetzt eher willig sind, solche Themen zu besprechen, und so denke ich, dass sie auch irgendwann die Tibetfrage verstehen werden.
aus dem newsletter der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF)
|