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Portrait eines politischen Gefangenen: Rückkehrer aus dem Exil zu zwölf Jahren Haft verurteilt
Der 37-jährige Tashi Gyatso stammt aus der Gemeinde Darlag, Distrikt Machen, TAP Golok, Provinz Qinghai. Er kommt aus einer Nomadenfamilie und hat seinen Angehörigen seit frühester Kindheit bei der Viehhaltung geholfen. 1996 reiste er nach Indien, um dort schulische Bildung zu erlangen. Er lernte drei Jahre lang fleißig und erwarb so Kenntnisse in tibetischer und englischer Sprache.
2001 macht er sich zusammen mit Lotse und Lobsang Dhargay auf, um nach Tibet zurückkehren. Unglücklicherweise stießen sie beiden an der nepalesisch-chinesischen Grenze auf eine chinesische Grenzpatrouille. Tashi konnte entkommen und kehrte nach
Nepal zurück. Nach einigen Tagen glückte ihm schließlich der Grenzübertritt nach Tibet. Er reiste über Lhasa in den Distrikt Chabcha und kam dort am 5. Mai 2001 an. Er mietete ein Zimmer in einem Hotel und stand gerade unter der Dusche, als plötzlich ein Trupp PSB-Beamter in den Raum eindrang. Die Polizisten durchwühlten das Zimmer und entdeckten Fotos des Dalai Lama und politische Schriften. Tashi wurde sofort zum örtlichen Haftzentrum des PSB gebracht. Man beschuldigte ihn politischer Aktivitäten und schaffte ihn ins Distrikthaftzentrum von Xiling. Drei Monate lang verhörten ihn dort die PSB-Offiziere intensiv und folterten ihn, um ihn zu zwingen, ein Geständnis über seine Aktivitäten und seine Motive abzulegen. Anschließend wurde er ins Haftzentrum des Distrikts Machen zurückgebracht.
Nach zwei Monaten Haft in Machen wurde er vom dortigen Distriktgericht wegen "Gefährdung der Staatssicherheit und Verbreitung von regierungsfeindlicher Propaganda" zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er wurde in ein Zwangsarbeitslager im Distrikt Xiling verlegt, in dem die Insassen Ziegel herstellen müssen. Nur einmal monatlich darf Tashi Besuch von seiner Familie empfangen. Infolge der harten Gefängnisarbeit bei gleichzeitiger unzureichender Ernährung und der häufigen Folterungen hat sich Tashis Gesundheitszustand erheblich verschlechtert.
Übersetzung: Irina Raba, Adelheid Dönges, Angelika Mensching
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