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Sollte China einmal demokratisch regiert werden und dadurch auch die Tibeter ihre Freiheit wiedererlangen, kann jetzt bereits vorausgesagt werden, daß heute kaum vorstellbare Gräueltaten der herrschenden kommunistischen Regierung ans Tageslicht kommen werden. Nur ein Bruchteil dieser Geschehnisse wird heute überhaupt publik.
Es ist zu erwarten, dass dann wieder niemand dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Der prominente Dissident hat in China heute noch eine kleine Chance, nach einiger Zeit entlassen und ins Ausland abgeschoben zu werden. Der unbekannte, niemals von der Öffentlichkeit wahrgenommene politische Gefangene hat diese Möglichkeit nicht. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass diese Fälle im Ausland bekannt und publik gemacht werden . Die internationale Unterstützung für Tibet wächst und es gibt immer noch ausreichend Kanäle, die diese Informationen in den Westen bringen. Dennoch können wir sicher sein, gilt dies nur für ein Bruchteil der tatsächlichen Fälle.
Auch unsere Politiker können Adressaten dieser Appelle sein. Wenn sie merken, dass große Teile der Bevölkerung ihre marktwirtschaftlich orientierte China-Politik missbilligt, wird sich auch hier vielleicht eine Änderung ergeben. Deshalb fordern wir Sie auf: Schreiben Sie dem Bundesaußenminister, dem Bundeskanzler, Ihrem Abgeordneten und jeder offiziellen Stelle in Deutschland, von der sie annehmen, daß sie (sei er auch noch so klein) Einfluss auf die Außenpolitik Deutschlands besitzt. Erfahrungsgemäß besteht eine größere Chance auf Erfolg, wenn diese Schreiben konkret auf das Schicksal eines einzelnen Gefangenen aufmerksam machen.
Manchmal entlassen die chinesischen Besatzer einige Gefangene, um vor Staatsbesuchen eine Geste des guten Willens zu zeigen. Wir werden die Liste der Fälle auf diesen Seiten in Zukunft aktualisieren und vermutlich ausweiten (müssen).
Einige der hier vorgestellten politischen Häftlinge sind nach wie vor in Haft. Vielleicht können wir auch einmal eine Datei mit dem Aufruf zur Befreiung aus dem Netz nehmen, weil der weltweite Protest Erfolg gehabt hat.
Todesstrafe
Jahr für Jahr werden in der Volksrepublik China mehr Exekutionen bekannt, als in allen anderen Ländern der Erde zusammen. So wurden im Zeitraum von Anfang 1990 bis Ende 2001 mindestens 33.553 Menschen zum Tode verurteilt und 21.988 hingerichtet. Nachdem der Anwendungsbereich der Todesstrafe mehrfach erweitert wurde, können mittlerweile ca. 68 Delikte mit dem Tod bestraft werden, darunter einige, die die Anwendung von Gewalt nicht voraussetzen, wie beispielsweise Spekulation, Korruption oder Bestechung. amnesty international wendet sich in allen Fällen gegen die Verhängung der Todesstrafe, da sie eine Verletzung des Rechts auf Leben sowie des Rechts, keiner grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder Strafe unterworfen zu werden, darstellt. Diese Rechte sind u.a. in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert.
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Die in nebenstehender Tabelle dokumentierten Zahlen geben lediglich an, wie viele Personen mindestens im jeweiligen Jahr zum Tode verurteilt oder hingerichtet wurden. Sie basieren hauptsächlich auf der Auswertung öffentlich zugänglicher chinesischer Quellen. amnesty international geht davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen um ein Vielfaches höher liegen. Nach wie vor gelten Statistiken über die Anwendung der Todesstrafe in China als "Staatsgeheimnis".
Die hohe Zahl von Todesurteilen und Hinrichtungen 1996 ist auf die Anti-Kriminalitätskampagne Yanda ("hartes Durchgreifen") zurückzuführen, die die Behörden Ende April 1996 gestartet hatten. Diese Kampagne führte zu einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Todesurteile und Hinrichtungen. So sollen allein in den ersten beiden Monaten nach Beginn der Kampagne über 1.000 Menschen hingerichtet worden sein. In den Jahren danach war ein Rückgang der Zahl der bekannt gewordenen Todesurteile zu verzeichnen. Jedoch wurde die Anti-Kriminalitätskampagne im April 2001 wiederbelebt, was zu einem erneuten drastischen Anstieg der Zahl der Todesurteile und Hinrichtungen führte. Allein im Zeitraum April bis Juni 2001 sind nach Erkenntnissen von amnesty international über 2.960 Menschen zum Tode verurteilt und mindestens 1.781 hingerichtet worden.
Als zusätzliches Zeugnis der Grausamkeit der Todesstrafe betrachtet die Organisation die in der Volksrepublik China vermutlich in großem Ausmaß vorgenommenen Transplantationen von Organen und Geweben hingerichteter Gefangener. (original ai)
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