Lokale Aktivitäten
weiter
Home
Aktionen weiter
Menschenrechte
Geschichte Tibets
TID e.V
Nonnen Tournee 2003
Links
TIBET INITIATIVE DEUTSCHLAND e.V.

Sandmandala in Würzburg
in der Universitätsklinik Würzburg ZOM

25. Mai - 31. Mai 2006

Lokales zurück vor

Nonnen Termine Deutschlandtour

Rituelle Zerstörung SANDMANDALA
Lokale Termine
home

Die folgenden Bilder zeigen den 1. den 2. und den 5. Tag der Zeremonie: alle Bilder von berndjfertig@mac.com

Im Raum der Stille wurde am Donnerstag, den 25. Mai 2006 das Medizinbuddha Sandmandala feierlich eröffnet.

Sieben tibetische Nonnen aus dem Kloster Khachoe Ghakyil Ling in Kathmandu zelebrierten die Eröffnungsfeier. Eva Anderson begrüßte die Bürgermeisterin Marion Schäfer und zahlreiche Gäste zu diesem aussergewöhnlichen buddhistischen Ritual.

Nach buddhistischer Auffassung sind alle körperlichen, seelischen und geistigen Krankheiten auf das Ungleichgewicht der fünf Elemente und auf die sog. Geistesgifte, also negative Emotionen wie Haß, Gier, Stolz, Neid bzw. Eifersucht auf zurückzuführen. Deren gemeinsame Wurzel ist die Unwissenheit, nämlich die falsche Auffassung, daß irgendetwas - einschließlich der eigenen Person - aus sich selbst heraus unabhängig existieren würde.

Die Meditation über den Medizinbuddha und sein Mandala kann helfen, diese falschen Ansichten und ihre Folgen zu überwinden. Rituale und Gebete, die in Zusammenhang mit dem Medizinbuddha ausgeführt werden, gelten als sehr heilsam und segensreich.

(alle Bilder: bernd j. fertig)

Der Palast-Grundriß hat die Gestalt eines gekreuzten Vajra (für die vier Buddha-Aktivitäten friedlich, vermehrend, beeinflussend und zornvoll.
Die konzentrischen Quadrate deuten die sich nach oben verjüngenden drei Stockwerke an. Die Tore sind sozusagen nach außen geklappt und flach auf den Boden gelegt, so daß der Schmuck der Toraufbauten - das Rad der Lehre Buddhas und die beiden Gazellen - außen liegt.

Rund um den Palast erkennt man Siegesbanner und Fahnen, die man sich auf den Mauerzinnen des Untergeschosses vorzustellen hat. Kleine Stupas schmücken den Rand, darauf folgen Girlanden, zwischen denen die Symbole der 5 Buddhafamilien angebracht sind: Blauer Vajra, weißes Rad, roter Lotus, gelbes Juwel, grünes Flammenschwert.

Der Garten innerhalb der Schutzkreise ist reich geschmückt mit Pflanzen und Glückssymbolen, den Sieben Kostbarkeiten des Weltenherrschers: Rad, Wunschjuwel, die Kostbare Königin, der Kostbare Minister, der Königselefant, das Kostbare Pferd, der Kostbare General (Schwert und Schild) sowie ein Juwelenberg.

Ein Mandala ist in der buddhistischen Kultur ein Meditationsbild, meist bestehend aus mehreren konzentrischen Kreisen, die den Grundriß eines quadratischen Palastes mit großen Toren in allen vier Richtungen umfassen. Der Betrachter nähert sich gedanklich dem Zentrum des Mandalas mit der jeweiligen Meditationsgottheit (in diesem Fall dem Medizinbuddha) von außen nach innen, das Mandala wird jedoch von innen nach außen geschaffen.

Es gibt zwei Arten von Mandalas: dauerhafte Rollbilder (Thangkas), die zu verschiedenen Anlässen aufgehängt werden, oder Sandmandalas, die eigens für bestimmte Zeremonien wie Einweihungen gestreut und anschließend wieder aufgelöst werden. Das Erstellen eines Mandalas ist immer ein meditativer Akt, der in entsprechende Rituale eingebettet ist.

Mineralfarben werden mit Sand vermischt und über ein geriffeltes trichterförmiges Röhrchen kunstfertig entlang bestimmter Linien ausgestreut. Sandmandalas können eine reliefartige Oberfläche aufweisen, aus der Mauersimse, Girlanden, Blumen und Schmuck plastisch hervortreten.
Sandmandalas werden nach Fertigstellung und Segnung rituell wieder aufgelöst und dem Wasser übergeben, um den Segen der Gebete und Meditationen in die ganze Welt hinaus zu tragen.
Die rituelle Zerstörung findet am Mittwoch, 31. Mai um 14.00 h statt. Anschliessend wird der Sand am Sebastian Kneipp-Steg in
Würzburg/ Sanderau dem Wasser des Mains in einer kleinen Zeremonie übergeben. (ca. um 15.00 h)

Die Elemente und die Weisheiten spiegeln sich in den Farben und in der Aufteilung des Mandalas; dabei ist jeder Richtung ist eine Buddha-Familien zugeordnet:
Im Osten blau, Symbol Vajra, Element Wasser, Emotion Wut/Ablehnung daraus enstehende Weisheit: spiegelgleiche Weisheit
Im Süden gelb, Symbol Juwel, Element Erde, Emotion Stolz/Habgier, entstehende Weisheit: Erkenntnis der Gleichwertigkeit
Im Westen rot, Symbol Lotus, Element Feier, Emotion Anhaftung/Begierde, entstehende Weisheit: unterscheidende Weisheit
Im Norden grün, Symbol Schwert, Element Luft, Emotion Eifersucht/Neid, entehende Weisheit: alles vollendende Handeln
In der Mitte weiß, Symbol Rad, Element Raum/Äther, Emotion Unwissenheit, entstehende Weisheit: allumfassende Weisheit

Das oberste Stockwerk des Palastes: Im äußersten Ring Sonne und Mond, die Symbole der 10 Beschützer des Erdkreises, die Elemente und Naturkräfte verkörpern, und die 12 Yakshas, Begleiter des Reichtumsgottes Vairavana. Ihre Anwesenheit zeigt die Harmonie aller Kräfte im Mikro-und Makrokosmos an.

Im mittleren Kreis die 16 Bodhisattvas. Ein Bodhisattva ist ein Wesen, das dieselbe erleuchtete Stufe erreicht hat wie der Buddha, jedoch aus Mitgefühl solange in dieser Welt verweilt, bis auch das letzte leidende Wesen befreit ist. Je zwei Bodhisattvas sind einem der acht Medizinbuddha-Aspekte zugeordnet.

Im Innenkreis die Attribute der 8 verschiedenen Aspekte des Medizinbuddhas

Im Zentrum des Mandalas das Symbold des Medizinbuddhas: die Schale voll Nektar, gekrönt von der Myrobalan-Frucht, auf einem fünffarbigen Lotus für die fünf Buddhafamilien.

Der Fortgang der Fertigstellung: Am Freitag, 26. Mai 2006. Medizinbuddha Sandmandala (3. Tag)
Der Fortgang der Fertigstellung: Am Montag, 29. Mai 2006. Medizinbuddha Sandmandala (5. Tag)
Bilder von der rituellen Zerstörung des Mandalas am 31. Mai 2006 hier: