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TIBET INITIATIVE DEUTSCHLAND e.V.

FREEME-Aktion für Phuntsog Nyidrol
Tibetische Nonne seit 1989 inhaftiert

Mitglieder der Reginalgruppe bei Würzburg´s OB
21.01.2003

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Diesen Text und mehr über die FreeMe-Aktion können Sie auf der Hp der TID nachlesen ! http://www.tibet-wuerzburg.de

(Mitglieder der Regionalgruppe Würzburg -Eva u. Bernd J.-waren am 21. Januar 2003 bei Oberbürgermeisterin Pia Beckmann(Würzburg) um eine Patenschaft für P.N. zu erreichen).


FREEME-Aktion für Phuntsog Nyidrol Tibetische Nonne seit 1989 inhaftiert

Städtepatenschaft für Phuntsog Nyidrol

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. möchte Ihre Stadt dazu aufrufen, eine Patenschaft für Phuntsog Nyidrol auszusprechen, um damit ihre Solidarität mit den politischen Gefangenen in Tibet zu bekunden. Der Bürgermeister einer Stadt wäre die geeignete Person, um stellvertretend die Patenschaft für die tibetische Nonne Phuntsog Nyidrol zu übernehmen.

Die Idee der Patenschaft gründet sich auf die Verleihung der Ehrenbürgerschaft, die zwei europäische Städte der tibetischen Nonne Ngawang Sangdrol verliehen haben. Der Stadtrat von Florenz hat am 16. Juli 2001 einstimmig Ngawang Sangdrol als Ehrenbürgerin ihrer Stadt feierlich aufgenommen. Damit würdigte die Stadt Florenz exemplarisch den Mut, den tibetische politische Gefangene gegen das repressive chinesische Regime aufbringen. Die Idee einer Auszeichnung für Ngawang Sangdrol wurde während einer Tibet-Konferenz konzipiert, als ein Vertreter der italienischen Sektion von amnesty international sie der Regierungspartei vortrug. Anlässlich des internationalen Frauentages am 08. März 2002 verlieh der Stadtrat der englischen Stadt Northampton Ngawang Sangdrol ebenfalls die Ehrenbürgerschaft. Der Preis wurde stellvertretend von der Vertreterin des Dalai Lama in London, Frau Kesang Y. Takla, entgegengenommen. Bei der Übergabe betonte der Ratsvorsitzende Keith Davies die politische Bedeutung dieser Aktion. Wörtlich erklärte er:

"Es ist unsere Aufgabe, die Chinesen zu erziehen. Alle, die Einfluss auf China ausüben können, müssen der Führung deutlich machen, dass wir ihre Kultur akzeptieren, dass sie aber ihrerseits die Menschenrechte akzeptieren müssen."

Ngawang Sangdrol stehe stellvertretend für alle politisch Inhaftierten, die sich friedlich für die Freiheit ihres Landes einsetzen. Während der feierlichen Zeremonie wehte die tibetische Flagge vor dem Rathaus. Ngawang Sangdrol ist am 17.10.2002. neun Jahre vor Ablauf ihrer regulären Haftzeit wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen worden. Ihre Freilassung wäre ohne das vehemente politische Engagement von Tibet Support Groups und Menschenrechtsorganisationen nicht bewirkt worden.

Wenn Sie sich aktiv an der Aktion "Städte-Patenschaft" für Phuntsog Nyidrol beteiligen möchten, senden wir Ihnen gerne die Informationsmappe für Ihre Stadt kostenlos zu.
Greifswalder Str. 4; 10405 Berlin; tid-aktion@freenet.de; 030 42081524; 030 42081522

FREE ME-Aktion für Phuntsog Nyidrol
Tibetische Nonne seit 1989 inhaftiert

 Biographie von Phuntsog Nyidrol

Phuntsog Nyidrol, eine buddhistische Nonne aus der Region Phenpo Lhundup, wurde 1989 inhaftiert und verbüßt mit einer Gesamthaftstrafe von 17 Jahren eine der längsten Haftstrafen für politische Gefangene in Tibet.

Anlässlich der Nobelpreisverleihung für den Dalai Lama demonstrierten am 14. Oktober 1989 Phuntsog und fünf andere Nonnen aus dem Michungri Kloster friedlich gegen die chinesische Okkupation Tibets. Sie riefen einige Slogans für die Freiheit Tibets und marschierten wenige Minuten in einer Prozession, als sie von der Polizei in Gewahrsam genommen und anschließend inhaftiert wurden.

Phuntsog Nyidrol war zum Zeitpunkt ihrer Festnahme 20 Jahre alt. Sie wurde als Anstifterin entlarvt und damit zu 9 Jahren Haft im Drapchi-Gefängnis verurteilt. Gemäß den Berichten von entlassenen Gefangenen, wurden Phuntsog und die anderen Nonnen wiederholt in Haft geschlagen, getreten und mit Elektroschocks an den Händen, Schultern, Brust, Zunge und Gesicht malträtiert. Während dem Verhör wurde Phuntsog Nyidrol 15 Minuten an den Händen aufgehängt und mit einer Eisenstange geschlagen.

Vier Jahre später, im Juni 1993, gelang es Phuntsog Nyidrol, Ngawang Sangdrol und 12 andere Nonnen im Drapchi-Gefängnis tibetische Unabhängigkeitsliede rheimlich auf Kassette aufzunehmen. Auf der Kassette stellten sich alle Nonnen mit Namen vor und widmeten ihren Angehörigen und Freunden ein Lied oder ein Gedicht. Diese Lieder, die wehmütig an die Unterdrückung Tibets und das verweigerte Selbstbestimmungsrecht erinnern, lösten weltweit tiefes Mitgefühl und Solidarität aus. Die chinesischen Behörden stigmatisierten die heimlich veröffentlichten Lieder als "konterrevolutionäre Propaganda" und bestraften jede der beteiligten Nonnen mit einer Haftverlängerung zwischen 5 und 9 Jahren. Phuntsog Nyidrols Haftstrafe wurde um weitere 8 Jahre verlängert.

Anfang Mai 1998 kam es im Drapchi-Gefängnis zu spontanen Protesten, an denen sich fast alle Inhaftierten beteiligten. Infolge der brutalen Niederschlagung durch die chinesischen Gefängniswärter starben 8 Inhaftierte. Phuntsog Nyidrol wurde mit brutalen Schlägen bestraft. Der gesundheitliche Zustand von Phuntsog Nyidrol ist infolge der Misshandlungen und Folter besorgniserregend. Obwohl sie über Nierenprobleme klagt, wird ihr jegliche medizinische Versorgung verwehrt.

1995 wurde Phuntsog Nyidrol der Reebok-Preis für Menschenrechte verliehen. Da sie in den vergangenen Jahren "Anzeichen von Reue gezeigt habe", wurde ihre 17-jährige Haftstrafe im Mai 2000 um ein Jahr verkürzt. Demnach wird sie am 21. März 2005 aus der Haft entlassen.

Die Lieder der Nonnen im Drapchi-Gefängnis

Aufgrund der inhumanen Behandlung kam es in den letzten Jahren im Drapchi-Gefängnis immer wieder zu Protesten. Die Häftlinge geben ihren Unmut in Form von Unabhängigkeitsparolen, Liedern, Plakaten, Flugblättern und Hungerstreik kund. Im Juni 1993 gelang es Phuntsog Nyidrol, Ngawang Sangdrol und 12 anderen weiblichen politischen Gefangenen, in ihrer Gefängniszelle Lieder und Gedichte über ihre Liebe zu Familie und Heimat auf Tonband aufzunehmen und dieses Band aus dem Gefängnis zu schmuggeln. Auf der Kassette machten sich alle Nonnen namentlich bekannt und widmeten Angehörigen und Freunden ein Lied oder ein Gedicht. Diese Lieder lösten weltweit tiefes Mitgefühl und Solidarität aus. Auf dem Band haben die Nonnen all jenen, die sie unterstützen, ein Lied gewidmet:

"Euch dort draußen, die Ihr für uns im Gefängnis alles getan habt, was möglich war, Euch danken wir zutiefst. Wir werden Euch nie vergessen," singt eine der Nonnen. "Wir werden geschlagen und brutal behandelt," fährt eine andere fort, "aber das wird an der Standhaftigkeit des tibetischen Volkes niemals etwas ändern."

Eine der Nonnen verkündet in ihrem Lied: "Egal wie hart sie uns schlagen. Unsere verschlungenen Arme können nicht getrennt werden. (...) Es wird eine Zeit kommen, da die Sonne durch die Wolken scheint."

Die chinesischen Behörden stigmatisierten die heimlich veröffentlichten Lieder als "konterrevolutionäre Propaganda."

Jede der beteiligten Nonnen wurde mit einer Haftverlängerung zwischen 5 und 9 Jahren bestraft.

Erfreulicherweise hat China im Jahr 2002 bereits fünf der Drapchi-Nonnen freigelassen. Ngawang Sangdrol, eine tibetische Nonne, die zu den bekanntesten politischen Gefangenen in Tibet gehörte, ist neun Jahre vor Ablauf ihrer regulären Haftzeit wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen worden. Ihre Entlassung am 17.10.2002, eine Woche vor dem Gipfeltreffen zwischen Chinas Staats- und Parteichef Jiang Zemin und US-Präsident George W. Bush in Texas, wird als Geste an die USA gewertet. Ngawang Sangdrolbefindet sich gegenwärtig wieder bei ihren Angehörigen. Sie gehörtezu den politischen Gefangenen in Tibet, um deren Freilassung sich westliche Regierungen, Tibet Support Groups und Menschenrechtsorganisationen vehementin den vergangenen Jahren bemüht haben.

Gegenwärtig befinden sich aber immer noch vier der Nonnen, Phuntsog Nyidrol, Jigme Yangchen, Rigzin Choekyi und Namdrol Lhamo, in Haft. Alle Nonnen haben bereits eine Haftstrafe von über 10 Jahren verbüßt.

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