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Liebe Tibet-Freunde, 13.3.2004
die Tibet Initiative Deutschland e.V. hat heute in einem Gespräch im Auswärtigen Amt erfahren, dass laut offiziellen Angaben aus Peking die Pläne für den Straßenbau um den Kailash vom Tisch sind.
Auf diesem Erfolg werden wir uns nicht ausruhen, sondern unsere Bemühungen um die Anerkennung der Kailash Region als UNESCO Welterbe unvermindert fortsetzen.
Viele Grüße,
Inge Reuter
2. Vorsitzende
Aktion, um den Kailash als Weltnaturerbe durch die UNESCO anerkennen zu lassen
Die TID wird alles versuchen, einen geplanten Straßenbau um den Kailash zu verhindern. Mit besonderen Aktionen, wie der Demonstration auf dem Gipfel der Zugspitze, wollen wir unsere Kampagne zur Rettung des Berges Kailash begleiten. Ziel wird sein, die Region als Weltnaturerbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. Das ist ein langwieriger und schwieriger Prozess, wie uns von der UNESCO-Kommission mitgeteilt worden ist. Der stellvertretende Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission weist darauf hin, dass eine Eintragung des Kailash in die Welterbeliste nicht gegen den Willen Chinas machbar ist. Wir wurden aber ausdrücklich zu einer internationalen Aktion, in der wir mit unserer Forderung an die Öffentlichkeit gehen sollen, ermutigt.
Die TID wird nun versuchen, mit vielen Kooperationspartnern diese breite Öffentlichkeit herzustellen, um die chinesische Regierung dazu zu bringen, von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen. Die GSTF (Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft) und Save Tibet, unsere Partnerorganisationen aus der Schweiz und aus Österreich haben signalisiert, sich an der Kampagne zu beteiligen. Es wurde bereits mit verschiedenen Organisationen Kontakt aufgenommen. So haben der Deutsche Alpenverein und der DAV Summit Club der Tibet Initiative Deutschland ihre Kooperation zugesichert. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist sehr groß.
Die TID bittet alle Mitglieder und Freunde, sich an unserer Postkartenaktion zu beteiligen und darüber hinaus Freunde und Bekannte ebenfalls zu motivieren. Unser Ziel ist es, dem Generaldirektor der UNESCO mindestens 10 000 Karten zu überreichen, um damit unserer öffentlichen Forderung, den Berg Kailash als Weltnaturerbe anzuerkennen, Nachdruck zu verleihen. Es geht bei dieser Aktion nicht um Tausende von Karten, weltweit müssen Zehntausende geschickt werden. Zur Bestellung der Postkarten, wenden Sie sich bitte an unsere Aktionsreferentin Elisabeth Jäger, Tibet Initiative Deutschland e.V., Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, E-Mail: TID-aktion@freenet.de, Fax: 030-420815-22
Hintergrundinformationen:
Kailash Nabel der Welt
Wer kann eine Landschaft beschreiben, welche diese Unendlichkeit atmet wo sich blaue Seen inmitten smaragdgrünen Weidelands und von goldenen Hügeln umgeben, gegen eine ferne Kette von Schneebergen abheben, in deren Mitte sich der blendend weiße Dom des Kailash erhebt, das Schneejuwel, wie die Tibeter den heiligen Berg nennen. Es ist zweifellos einer der erhebendsten Anblicke dieser Erde
Lama Anagarika Govinda
Mit diesen eindrucksvollen Worten beschreibt der deutsche Gelehrte und tibetische Lama, Ernst Lothar Hoffmann, genannt Anagarika Govinda, den Berg Kailash, der von den Tibetern als Mittelpunkt des Weltensystems angesehen wird, als geographische Entsprechung zum mythischen Weltenberg Meru aus der indischen Kosmologie. Es scheint eigenartig, dass gerade der Kailash, mit seiner Höhe von 6.675 Metern fast ein Zwerg verglichen mit den Achttausendern des Zentralhimalaya, an spiritueller Bedeutung all diese anderen Gipfel weit überragt, so Franz Binder in seinem Buch Kailash Reise zum Berg der Götter. Es mag diese faszinierende Ausstrahlung des Berges gewesen sein, die ihn zum heiligsten Berg von vier Religionen werden ließ. Für die Hindus ist der Berg Kailash der Sitz Shivas, die Buddhisten betrachten ihn als Ort der Yidam-Gottheit Chakrasamvara samt seiner Gefährtin Prajna Vajravarahi. Als eine Kristallpagode sehen ihn die Bönpos, die die Seele des Schneelandes birgt und den Schutz und das Wohlergehen der tibetischen Bevölkerung sichert. Die Jainas nennen den Berg Ashtapada, den Achtfüßigen, an dessen Fuß in fernen Zeiten ein großer Tempel für den ersten Tirthankara (Furtbereiter) gebaut worden sein soll.
Eine wichtige Rolle für die Bedeutung des Berges spielt sicherlich, dass vier wichtige Flüsse Asiens, der Indus, der Sutlej, der Brahmaputra und der Ganges in seinem Umfeld entspringen und dass mit dem nahe gelegenen Manasarovar-See eine irdische Entsprechung des mythologischen Ozeans Anavatapta zu finden ist.
Für die Gläubigen bedeutet eine Reise zum Kang-Rinpoche (Eisberg-Juwel), wie er von den Tibetern genannt wird, eine Fahrt in das heilige Zentrum der Welt. Der Berg wird zur großen Stupa, die als Symbol für den Geist Buddhas gilt, die Umrundung des Berges bedeutet für den Pilger Ansammlung von unendlichen Verdiensten, eine Begegnung mit dem eigenen Selbst und einer großartigen Landschaft. Die Umrundung (tib. Kora) kann auf einem inneren und einem äußeren Umrundungsweg vollzogen werden, wobei der innere nur denjenigen vorbehalten ist, die den äußeren Umrundungsweg dreizehn Mal bewältigt haben. Die Tibeter bewältigen die 55 km lange Kora meist in 24 Stunden, für den westlichen Pilger sind drei Tage einzuplanen. Wobei fromme Tibeter diesen Weg, der bis zu einer Höhe von 5600 m (Dölma-La-Pass) führt, mit Niederwerfungen in 2-4 Wochen umrunden.
Die Kora ist mit Stupas, Gebetsfahnen und Mani-Mauern durchzogen. Der Weg ist heiliger Boden mit vielen symbolträchtigen Plätzen, Steinen und Bauten. Wichtige Stationen sind
der Darpoche mit dem berühmten Flaggenmast für das Saga Dawa-Fest, welches zu Ehren des Geburtstages Buddhas gefeiert wird, und Shiwatshal, der Leichenacker der Vajrayogini, der Ort, der in den Bardo der Wiedergeburt führt. Hier legen seit Jahrhunderten Gläubige Kleidungsstücke, Haare und verschiedene persönliche Gegenstände ab.
Die Erhabenheit des Kailash inmitten der tibetischen Bergwelt, in Verknüpfung mit kultureller und spiritueller Dimension, macht diesen Berg zu einem besonderen erhaltenswerten und schützenswerten Ort, nicht nur für die Tibeter, sondern für die ganze Menschheit.
Straßenprojekt um den Kailash
Unfassbar!!!! Straßenbau am Kailash begonnen !!!!! Komme gerade vom Kailash und habe eine bittere, unfassbare Information an Euch. Es reicht nicht nur, dass am Manasarovar-See gierige Provinzchefs aus Purang nach Gold suchen lassen und die Erde aufreißen: Nein! Nach 5 Jahren Auseinandersetzung und heftigen Streit mit der Provinzregierung in Ali, haben am 27.7.03 chinesische Straßeningenieure (Vermesser) begonnen, die Markierungen für eine Strasse um den heiligen Berg Kailash zu setzen!!! Auf der gesamten Kora um den Kailash wurden die roten Vermessungsmarkierungen mittlerweile angebracht. Die Straße um den Kailash soll in zwei Jahren fertig gestellt sein. Die Bauarbeiten werden im Frühjahr 2004 beginnen !!!!! Es ist ein unfassbarer Schlag ins Gesicht aller Tibeter, Hindus, Jains und Bönpos!!! Diese Nachricht wurde uns von einem Tibet-Experten Mitte August zugesandt und hat bei vielen Tibetfreunden Entsetzen und Unverständnis hervorgerufen. Die Meldung wurde inzwischen mehrfach bestätigt (u.a. durch eine dpa-Meldung vom 8.8.). Hier geht es nicht um eine Straße, die den Tibetern nützlich sein könnte, oder die die chinesische Regierung braucht, um weiteren chinesischen Siedlern die Einreise zu ermöglichen. Wir sehen im Bau dieser Straße, die sicher viel kostet und deren kommerzieller Nutzen selbst als ‘Touristen-Rennstrecke‘ fraglich ist, einmal mehr eine Demonstration der chinesischen (All)Macht über Tibet: China zerstört, was den Tibetern noch Identität gibt, und womit sie sich einen gewissen Trost verschaffen können, indem sie ihre Spiritualität praktizieren um damit zumindest ihr zukünftiges Schicksal positiver zu gestalten, so Inge Reuter, stellv. TID-Vorsitzende in ihrem Schreiben an das deutsche Außenministerium. Die TID hofft sehr, dass die deutsche Bundesregierung das Vorhaben ebenfalls kritisch sieht. Im Mai 2001 hatte China schon einmal die religiöse Bedeutung des Kailash missachtet, als einer spanischen Bergsteigergruppe die Erstbesteigung des heiligen Berges gestattet wurde. Internationale Proteste, vor allem aus Indien, haben damals jedoch verhindert, dass dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte. Ob das auch diesmal gelingt?
WIR VERSUCHEN’S MACHT MIT!!
7.08.2003
Straße um den Kalash geplant !
Chinesische Regierung will den heiligen Berg der Buddhisten und Hinduisten kommerziell erschließen.
Weltweite Proteste geplant
Siehe auch:
dpa Meldung vom 08.08.03
Berlin
Wie die Tibet Initiative Deutschland (TID) aus sicherer Quelle erfahren hat, haben chinesische Straßenbauingenieure mit Vermessungsarbeiten für den Bau einer Straße um den Berg Kailash im Westen Tibets begonnen .
Auf dem existierenden Pilgerweg sind bereits rote Vermessungsmarkierungen angebracht; als Baubeginn ist das kommende Frühjahr vorgesehen. Nach zwei Jahren soll die knapp 60 km lange Strecke fertiggestellt sein.
Der 6.675 m hohe Kailash ist für Hindus, Buddhisten, Jains und Bönpos, die Angehörigen der vorbuddhistischen tibetischen Religion, das Zentrum des Universums. Er wird seit Jahrtausenden von Pilgern aller dieser Religionen zu Fuß umrundet. Besiedlung findet sich weit und breit nicht. Zur Verbesserung der Infrastruktur in Tibet trägt eine solche Straße also nicht bei.
Offenkundig geht es darum, die Region kommerziell zu erschließen, vor allem für Touristen aus China. Diese Pläne gehen weit über alle Maßnahmen hinaus, mit denen die chinesische Führung seit dem Ende der Kulturrevolution ihre Missachtung der Religionsausübung in Tibet zum Ausdruck gebracht hat. Für das religiöse Empfinden der Bevölkerung kommt die kommerzielle Erschließung des Kailash der Zerstörung der Klöster in den sechziger Jahren gleich.
Empörend sind die Pläne darüber hinaus, weil es internationale Bemühungen gibt, die Kailash-Region zum Weltnaturerbe zu erklären.
Die TID appelliert deshalb dringend an die Bundesregierung und die EU mit allen denkbaren Mitteln auf die Regierung in Peking einzuwirken, um den Straßenbau zu stoppen. Gleichzeitig richtet sich die TID auch an die Regierung von Indien, ihren Einfluss in derselben Weise einzusetzen, denn die Pläne sind auch eine eklatante Verletzung der religiösen Gefühle der 800 Mio. Hindus.
Darüber hinaus werden Tibet Unterstützergruppen in aller Welt durch öffentlichen Druck versuchen, den Bau der Straße zu verhindern. Für weitere Informationen: Wolfgang Grader Tel. 0173-370 83 50
09.08.2003 - "09. August 2003: Kontroverse um Straßenbauprojekt am heiligen Berg der Tibeter"
dpa, 8.8.03: Peking/Berlin (dpa) -
Der geplante Bau einer Straße um den heiligen Berg der Tibeter, den Kailash im Westen Tibets, hat Kritik unter deutschen Tibet-Aktivisten ausgelöst.
Informierte Kreise in der tibetische Hauptstadt Lhasa bestätigten am Freitag, dass die Straße auf dem 60 Kilometer langen Pilgerweg um den
6675 Meter hohen Berg geplant sei. Sie solle Pilgern ebenso wie Touristen dienen, hiess es. Die Tibet Initiative Deutschland in Berlin kritisierte, dass der Berg vor allem für Touristen aus China kommerziell erschlossen werden solle.
Die Initiative sah eine Missachtung der Religionsausübung in Tibet und verglich das Strassenbauprojekt mit der Zerstörung der Klöster in den 60er Jahren. Der Berg Kailash ist nicht nur den tief religiösen Tibetern, sondern auch anderen Buddhisten und Hindus heilig. Er gilt ihnen als Zentrum des Universums. Nach Angaben der Tibet Initiative laufen bereits Vermessungsarbeiten für den Bau der Strasse, der im nächsten Frühjahr begonnen und in zwei Jahren beendet werden soll.
Mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke in das größte Hochland der Erde versucht die chinesische Regierung derzeit, das 1950 durch die Volksbefreiungsarmee besetzte und später als autonome Region der Volksrepublik einverleibte Tibet stärker an China zu binden und ferner dessen Wirtschaft voranzubringen.
Bericht direkt von Dieter Glogowski, Tibet und Nepal:
Unfassbar!!!! Strassenbau am Kailash begonnen !!!!!
Liebe Tibet-Freunde,
dieses erste Mail verfasse ich aus Kathmandu.
Komme gerade vom Kailash und habe eine bittere, unfassbare Information an Euch.
Es reicht nicht nur, dass am Manasarovasee gierige Provinzchefs aus Purang nach Gold suche lasse und die Erde aufreissen: Nein!
Nach 5 Jahren Auseinandersetzung und heftigen Streit mit der Provinzregierung in Ali, haben am 27.7.03 chinesische Strasseningenieure (Vermesser) begonnen, die Markierungen fuer eine Strasse um den heiligen Berg Kailash zu setzen!!!
Auf der gesamten Kora um den Kailash wurden die roten Vermessungsmarkierungen mittlerweile angebracht. Die Strasse um den Kailash soll in zwei Jahren fertig gestellt sein. Die Bauarbeiten werden im Fruehjahr 2004 beginnen !!!!!
Es ist ein unfassbarer Schlag ins Gesicht aller Tibeter, Hindus, Jains und Boenpas!!!!!!
Es gilt nun etwas zu tun !!!!!
National und vor allen Dingen International muessen sofort Weichen des Protest und Widerstands gestellt werden!!! Diese Wege brauchen Ihre Zeit und deshalb muss sofort gehandelt werden.
Folgende Petition für den Kailash hat Mag. Andreas Pflügler am 18.8.03 ins Netz gestellt:
Einfangweg 62a
A-6370 Kitzbühel
+43 5356 71503
webmaster@trekkingforum.com
Liebe Freunde des Berg Kailash ,
Bestätigten Meldungen zufolge planen chinesische Stellen den Bau einer Straße rund um den Kailash . Ingenieure haben bereits mit den Vermessungsarbeiten für den Bau der Strasse begonnen (Stand: Aug. 2003). Auf dem existierenden Pilgerweg wurden rote Vermessungsmarkierungen angebracht. Als Baubeginn ist das Frühjahr 2004 vorgesehen. Zwei Jahre soll der Bau der knapp 60 km lange Strecke dauern. Dieses Projekt ist nicht nur ein Affront für eine Milliarde Hindus, Buddhisten, Jains und Bönpos, sondern wird auch eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft unseres Planeten zerstören.
Der 6.714 m hohe Kailash (tib. »Kang-Rimpoche«) ist für Hindus, Buddhisten, Jains und Bönpos der heiligste Berg, da er als Wohnsitz der Götter bzw. als das Zentrum des Universums verehrt wird. Er wird seit Jahrtausenden von Pilgern zu Fuss umrundet. Da die Region kaum besiedelt ist, dürfte das Strassenbauprojekt vor allem der kommerziellen und touristischen Erschliessung des Kailash-Gebietes dienen.
Abhilfe dürfte nur die Unterschutzstellung des Kailash und seiner Umgebung als Weltkulturerbe der UNESCO schaffen.
PETITION
Wir, Freunde des Berg Kailash in der »Tibetan Autonomous Region«, Volksrepublik China, bitten die zuständigen Stellen der UNESCO, die Region rund um den Berg Kailash, sowie die heiligen Seen Manasarowar und Rakas Tal (Anm.: Eigennamen eingedeutscht) so rasch als möglich als Weltkulturerbe zu deklarieren, um das oben erwähnte Straßenbauprojekt rund um den Berg Kailash zu verhindern.
unter http://www.kailash.info/ ist die Unterschriftenliste zu zeichnen !!!!!!!!
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